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„Göttinger Koffer“ in den Katakomben

Tageblatt-Kolumne „Göttinger Koffer“ in den Katakomben

Sepp ist weg. Also noch nicht so ganz, aber er hat es ja zumindest mal angekündigt. Fifa-Präsident Joseph Blatter – das ist der, der die Macht seines Verbandes für einflussreicher hält als jedes Land dieser Erde und jede Religion - will nicht mehr. Mit seinem angekündigten Rückzug hätte er jetzt die Freiräume, die notwendigen Reformen auf den Weg zu bringen. Super, er ist immerhin seit 1998 Präsident. Andere glauben: Die Handschellen klicken bald.

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Chefredakteur Uwe Graells

Nach und nach kommt der Fifa-Sumpf hoch. Und längst steht fest, dass nicht nur die Weltmeisterschaften in Katar und Russland wie geschmiert laufen sollen, sondern auch frühere Hohefeste der Kickerfans etwas besondere Unterstützung erfahren haben. Das FBI ist dran und ermittelt. Sicherlich auch die NSA. BND und MAD wohl eher nicht, die kümmern sich lieber um unsere europäischen Nachbarn. Alles scheint im Weltfußball möglich, keine Nachricht erschüttert mehr. Auch diese nicht: Das deutsche Sommermärchen 2006 steht jetzt ebenfalls unter Verdacht. Konkret die Mexikaner. Wie konnte es sein, dass vor neun Jahren eine ganze Nationalmannschaft ihr Quartier wochenlang in Göttingen aufschlägt? Das „Freizeit In“ war noch nicht einmal auf der offiziellen Fifa-Liste für die Mannschaftshotels.

 
Dem gemeinsamen Rechercheteam von „Extra Tip“, GT und Stadtradio Göttingen liegen vertrauliche Dokumente vor, die die Zahlung von Schmiergeld belegen. Der „Göttinger Koffer“ war pickepackevoll mit Zahlen, er soll in den Katakomben des Jahnstadions den Besitzer gewechselt haben, als die Mexikaner vor ihrem WM-Auftaktspiel gegen den Iran ein letztes Vorbereitungsspiel absolvierten. Blatter soll zudem eine „Goldene SPA-Karte“ für das „Freizeit In“ zugeschickt bekommen haben.

 
Alles Blödsinn? Nein, alles möglich. Danke Sepp.

 
Göttingen und Fußball-WM kann aber auch wunderschön sein. Ein Eigengewächs startet an diesem Wochenende auf der ganz großen Bühne. Pauline Bremer, sportlich groß geworden bei der SVG, spielt in Kanada mit der deutschen Mannschaft um den Titel. Freuen wir uns einfach darauf. Fifa hin, Fifa her. Und das besonders schöne daran: Der Sepp wird nicht nach Kanada reisen. Er meidet seit Jahren Reisen auf den nordamerikanischen Kontinent. Er wird wissen, warum. Klick! Hau ihn rein, Pauline.

 

Den Autor erreichen Sie ­unter: u.graells@goettinger-tageblatt.de.

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