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Der Kragenbär wird jugendfrei

Göttingen Der Kragenbär wird jugendfrei

Ein onanierender Bär zum Gedenken an Robert Gernhardt? Die Idee erfuhr in Göttingen und darüber hinaus nicht nur Zustimmung. Jetzt haben die Ideengeber einen weiteren Entwurf präsentiert. Fazit: stark überarbeitet und ziemlich jugendfrei.

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Quelle: r

Göttingen. Seit 2013 geistert die Idee durch Göttingen, eine Kragenbären-Skulptur zum Gedenken an Robert Gernhardt aufzustellen. Zunächst hinter den Kulissen, von 2014 an auch in der öffentlichen Diskussion. So wuchtig und enthusiastisch und gelegentlich auch kreativ sich die Befürworter äußerten – erinnert sei hier an den früheren Titanic-Chefredakteur Oliver Maria Schmitt, der der Stadt Göttingen passend zum Denkmalsentwurf gleich einen neuen Slogan vorschlug, der allerdings scharf an einer FSK-Grenze herumschrammt und somit ähnlich gute Chancen auf Realisierung haben dürfte wie der sich selbst befriedigende Bär –, so kritisch artikulierten sich die Kritiker. Die Diskussion gewann zusätzlich an Trennschärfe, als der Künstler Siegfried Böttcher die ersten Güsse präsentierte. Bis dahin gab es den Kragenbären, jedenfalls in der Gernhardt'schen Originalform, nur als Zeichnung und aus lediglich einer Perspektive. Zu den Kritikern der ersten Böttcher-Figuren gehörte zusätzlich zu nennenswerten Teilen des Göttinger Rates, der Kulturverwaltung und nicht zuletzt der Öffentlichkeit auch Robert Gernhardts Witwe Almut Gehebe-Gernhardt, die die Ideengeber um den Göttinger Ausstellungsmacher WP Fahrenberg um inhaltliche und formale Überarbeitung des Ganzen bat.

Einen völlig neuen Ansatz lieferte dann Rudi Hurzlmeier, „Göttinger Elch“ von 2015. Er überwand das Problem, aus einer Gernhardt-Zeichnung eine dreidimensionale Figur zu kreieren, indem er den Bären mit einer Krawatte ausstattete, auf die Beine stellte und die Hände in weniger unsittliche Höhe heben ließ. Kurz: Indem er eine neue Figur schuf, die ihren Ursprung im Gernhardt'schen Figuren- und Tierkosmos hat und dort literarisch verewigt ist mit den Zeilen „Der Kragenbär in seinem Kragen / Weiß nichts vom Singen und Sagen ...“. Aus Hurzlmeiers Entwürfen hat wiederum Böttcher in Hessisch-Sibirien eine Figur entstehen lassen, und diese findet, so teilt es WP Fahrenberg mit, auch die Zustimmung Gehebe-Gernhardts.

Almut Gehebe-Gernhardt und Siegfried Böttcher in dessen Kasseler Atelier

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Bleiben noch drei Fragen, die Fahrenberg und seine Mitstreiter nun bewegen:

  1. Wie kommt der neue Kragenbär beim Göttinger Publikum an?
  2. Wer bezahlt's?
  3. Wird das so oder so recht einmalige und ungewöhnliche Denkmal bis Ende dieses Jahres fertig und auf dem Robert-Gernhardt-Platz in Göttingen stehen?

Fahrenberg dazu: „Endlich sollen dann auch die Gespräche mit potenziellen Sponsoren und Stiftern fortgesetzt werden. Wir hoffen auf baldige Entscheidungen; schließlich wäre Gernhardts 80. Geburtstag im Dezember ein wundervoller Termin für eine prunkvolle Einweihung.“

Sie erreichen den Autor unter c.oppermann@goettinger-tageblatt.de und auf Twitter unter @tooppermann

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Von Redakteur Christoph Oppermann

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