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Göttinger Lehrer auf Stratosphärenflug

Mathias Schäfer begleitet Forscher Göttinger Lehrer auf Stratosphärenflug

Nach zwei fast zehnstündigen Flügen in die Stratosphäre ist der Klein Lengder Lehrer Mathias Schäfer am Mittwoch wieder gesund in Palmdale in Kalifornien gelandet.

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Aufregende Astronomie in 13 Kilometer Höhe: die Lehrer Gabi Ulbrich, Frank Oßwald, Mario Koch und Mathias Schäfer an Bord der fliegenden Sternwarte (von links).

Quelle: Institut für Raumfahrtsysteme Uni Stuttgart/dpa

Göttingen/Palmdale. Der 49-jährige Mathe- und Physiklehrer am Göttinger Hainberg-Gymnasium war einer von vier Pädagogen aus Deutschland, die an Forschungsflügen der fliegenden Infrarotsternwarte SOFIA (Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie) teilnehmen durften.

„Ich war sehr aufgeregt - und es war sehr aufregend“, beschreibt Schäfer am Telefon seine Eindrücke und Emotionen vor und während der Flüge mit einer umgebauten Boeing 747 in 12 bis 15 Kilometer Höhe. Nur über der erdumhüllenden Schicht aus Wasserdampf (Troposphäre) kann das eingebaute 17 Tonnen schwere Infrarot-Spiegelteleskop optimal genutzt werden, um Sterne und Planeten zu beobachten.

11 200 Flugkilometer legten die Forscher zurück. Der Flug selber „unterscheidet sich dabei kaum vom Flug in einer normalen Linienmaschine“, erzählt Schäfer weiter. „Ganz angetan“ ist er aber von den technischen Möglichkeiten des Teleskopes und der Anlagen im Forschungsflugzeug – und von den „vielen und hochqualifizierten und sehr freundlichen Ingenieuren und Technikern“ an Bord der Maschine. Bei zwei Messflügen konnten die Gäste unter anderem miterleben, wie das Teleskop „mit höchster Präzision“ auf ausgewählte Objekte ausgerichtet und Daten erfasst wurde.

Über ein Lehrermitflugprogramm des Deutschen SOFIA Institutes der Universität Stuttgart hatte Schäfer sein Ticket für zwei Stratosphärenflüge während der gut zehnstündigen Tour bekommen: nach einem intensiven Auswahlverfahren und als ersten Lehrer aus Niedersachsen. Gesund mussten die Kandidaten sein. Außerdem haben sich die Ausgewählten seit Wochen bei mehreren Terminen in Stuttgart auf die Flüge und vorgesehenen Beobachtungen vorbereitet. Mit an Bord waren zwei Lehrer und eine Lehrerin aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Mit dem Programm will das SOFIA-Institut nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Schulen stärken. Und die mit fliegenden und mit forschenden Lehrer sollen ihre Begeisterung anschließend in die Klassenzimmer tragen und Schüler langfristig als Nachwuchs der Natur- und Ingenieurswissenschaften gewinnen.

„Ich werde meine Eindrücke ganz sicher mit in die Schule nehmen“, sagt Schäfer. Dabei ist er schon lange von der fliegenden Infrarotsternwarte begeistert. Schon vor seinem Start nach Kalifornien hatte er mit Kollegen ein Schulprojekt angestoßen, um ingenieurwissenschaftliche und astronomische Fragen am Beispiel SOFIA praxisnah im Unterricht zu behandeln. Ergebnis: Das Hainberg-Gymnasium startet bald als zertifizierte Junior-Ingenieur Akademie mit speziellen Wahlpflichtkursen im 8. und 9. Jahrgang. Finanziell gefördert wird das Projekt von der Deutschen Telekom Stiftung.

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