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Leinebergschule eröffnet Lernwerkstatt

Englisch-Lernwerkstatt Leinebergschule eröffnet Lernwerkstatt

In einer neuen Lernwerkstatt können die Kinder der Göttinger Leinebergschule jetzt fast spielend Englisch üben. Lehrer haben die Spiel-, Hör- und Schreibstationen über zwei Jahre konzipiert. Es ist nach ihren Angaben die bisher einzige Einrichtung dieser Art in Niedersachsen, vielleicht auch in Deutschland.

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Mit Spaß bei der Sache: Leineberg-Grundschüler beim Eröffnungsfest auf der Bühne.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Tammo lässt sich nicht aus dem Konzept bringen - auch nicht von den Fragen mancher Eltern auf Deutsch. Kein bisschen schüchtern erklärt er konsequent auf Englisch, wie Besucher an der Hörstation Geschichten lauschen und dann Fragen dazu beantworten können. Am Tisch nebenan spielen zwei Mädchen eine Art Memory - natürlich mit englischen Wort-Bild-Karten. Der Raum ist voll von Übungseinheiten dieser Art - Sternchen und Smileys geben einen Hinweis zum Schwierigkeitsgrad. Wie viele Lernspiele, Bücher, selbsterklärende Schreib- und Grammatik-Übungen in der neuen Lernwerkstatt stecken, weiß Janna Armstrong nicht. Fast zwei Jahre lang hat die Lehrerin mit ihren Kolleginnen das Konzept entwickelt, auf einer Bildungsmesse in England Material gekauft, Ideen gesucht, viele Übungsboxen selbst hergestellt und den separaten Literacy Room auch mit Möbeln ausgestattet. Unterstützt wurden sie dabei vom Göttinger ASC als Partner für die Immersionsklassen.

Die Idee kommt nicht von Ungefähr: Seit 2008 gibt es an der Leineberg-Grundschule außer den anderen Klassen eine zweisprachige nach dem Immersionsprinzip. Englisch ist Unterrichts- und Umgangssprache, nur zu 30 Prozent wird Deutsch gesprochen. Die Leinebergschule ist nach eigenen Angaben die erste und einzige Grundschule mit Immersionsangebot in Niedersachsen. Die Kinder in den Englischklassen kommen aus der ganzen Stadt.

In der Lernwerkstatt könnten die Kinder ihre Kenntnisse vertiefen und vor allem selbstständig lernen und üben, erklärte Armstrong am Donnerstag während einer Eröffnungsfeier. Sie sei zu festen Unterrichtszeiten geöffnet. Sind Schüler dann zum Beispiel im Kunstunterricht mit einer Aufgabe fertig, könnte sie in den Literacy Room gehen.

Den findet auch Ole aus der 3c ziemlich gut. Se in Lieblings-Lernspiel ist Milch-Flipp - „weil es auch etwas mit Fußball zu tun hat“. Seine Mitschülerin Katharina findet es „toll“, dass man in der Werkstatt „immer etwas Neues lernen kann“. Finanziert wurde das Projekt überwiegend vom Förderverein der Schule und über Eltern-Spenden. us

Immersion

In den Immersionsklassen der Leinebergschule sprechen die Pädagogen außer im Deutschunterricht ausschließlich Englisch: „Die Kinder erschließen sich die neue Sprache selbst aus dem Zusammenhang, in dem sie gebraucht wird“, erklärt die Schule dazu - „so lernt ein Mensch auch seine Muttersprache“. Und: „Die Fremdsprache wird als solche nicht thematisiert, Vokabeln und Grammatik stehen nicht im Vordergrund und Englisch wird ganz natürlich ‚nebenbei‘ gelernt. Deshalb überfordert Immersion auch nicht.“ us

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Von Redakteur Ulrich Schubert

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