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Göttinger Lichtverschmutzung

Amateur-Astronomische Vereinigung Göttingen bietet Führungen an Göttinger Lichtverschmutzung

Als wissenschaftliche Wiege etlicher naturkundlicher Erkenntnisse gilt die Universitätsstadt Göttingen. So steht auch die Astronomie mit Forschern wie Carl Friedrich Gauß in einer langen Tradition, die zum Bau des Observatoriums auf dem Hainberg führte. Heute betreibt der Verein Amateur­Astronomische Vereinigung Göttingen (AVG) die Sternwarte und sieht seine Arbeit als Teil eines naturwissenschaftlichen und kulturellen Bildungsangebots.

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Vorsitzender der Göttinger Amateurastronomen: Berndt Lechte am Teleskop in der Sternwarte auf dem Hainberg.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das erste Göttinger Observatorium wurde 1750 in einem Turm der südlichen Stadtmauer eingerichtet.

Georg III. finanzierte ab 1803 den Bau einer neuen Sternwarte, die durch die napoleonischen Kriege erst 1816 fertiggestellt werden konnte.

Beobachtungskuppel von acht Metern Durchmesser

Aufgrund besserer Beobachtungsbedingungen nahm die Universität mit dem Hainberg-Observatorium 1929 eine „Außenstation in Betrieb“, erklärt Bernd Lechte. Auf der abgelegenen Erhebung sei die „Lichtverschmutzung durch störende Lichtquellen geringer“, sagt der Vorsitzende der AVG. Kernstück der Anlage ist ein Astrograf.

Zur Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis 1927 wurde das Gerät nach Lappland gebracht, und anschließend auf dem Hainberg aufgebaut, so der Amateur-Astronom. Das Astrographengebäude besitzt eine drehbare Beobachtungskuppel von acht Metern Durchmesser und eine Hebebühne mit zwei Tonnen Traglast. Letzte ist allerdings defekt, sagt Lechte und zeigt auf die fehlenden Zähne eines Kegelrads.

Zum Glück habe sich die Göttinger Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst zur Instandsetzung bereiterklärt, meint der Vorsitzende. Neben dem Astrographen befindet sich noch eine Besonderheit in der Sternwarte, berichtet Lechte. In den Jahren 1935 bis 1937 fertigte das Unternehmen Carl Zeiss in Jena eine der ersten industriell hergestellten Schmidtkameras nach einem Entwurf des 1935 plötzlich verstorbenen Astrooptikers Bernhard Schmidt, sagt der Vereinsvorsitzende. Das Gerät fand seinen Platz in der Göttinger Sternwarte.

Sonnenturm auf dem Hainberg

Seit 1992 noch als lockere Beobachtergruppe existierend, trafen sich die Sternenfreunde seit 1995 als öffentlicher astronomischer Arbeitskreis. 1996 gründeten sie dann die AVG. Bis 2005 habe die Universität die Sternwarte betrieben, sagt Lechte. Per Grundbucheintrag gehört das Areal um die frühere Universitätssternwarte mit rund zwei Hektar Gesamtfläche seit 2009 dem Verein.

Hier beschäftigt sich die AVG mit der Instandhaltung der Gebäude, bietet Führungen an und nutzt schließlich die Teleskope für die eigene Beobachtung des Himmels. Auf dem Gelände steht außerdem der „Sonnenturm“. Anfang der 40er Jahre begann der Bau des Turmteleskops zur Sonnenbetrachtung in der Nähe des Astrographengebäudes. Darüber hinaus gibt es noch ein Gebäude für die Heizung.

Zur Vermeidung von Frostschäden müsse geheizt werden. Das allerdings „kostet den Verein jährlich 5000 bis 6000 Euro“, sagt Lechte. In diesem Jahr beginnen die Führungen am Donnerstag, 29. Januar, auf dem Hainberg, Bismarckstraße 123 mit dem Thema „Der zunehmende Mond“. Lechte freut sich besonders auf die interessierten und staunenden Besucher, wenn sie die Himmelskörper das erste Mal durch die Teleskope sehen.

Von Friedrich Schmidt

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