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Göttinger Londonbus fällt nach Panne aus

Stadtrundfahrten abgesagt Göttinger Londonbus fällt nach Panne aus

„Miss Marple“ kränkelt: Voraussichtlich bis Ende des Jahres muss der knallrote Doppeldeckerbus der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) in der Werkstatt bleiben. Der Kühler ist defekt, ein neuer wird zurzeit angefertigt. Alle geplanten touristischen Fahrten mit dem sogenannten Londonbus sind vorerst abgesagt.

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Fällt für wegen defektem Kühler lange aus: Londonbus "Miss Marple".

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Es ist schwierig, Ersatzteile für den Bus zu bekommen“, sagt GöVB-Prokurist Thomas Zimmermann. Das ist kein Wunder: Der Bus vom Typ Bristol Lodekka kommt aus England und ist fast 66 Jahre alt. Teile dafür gibt es nur noch auf Oldtimer-Börsen und bei Liebhabern solcher Busse. Oder sie müssen extra hergestellt werden.

Das passiere zurzeit. „Ein Unternehmen aus Paderborn fertigt einen neuen Kühler für den Bus an“, so Zimmermann. Voraussichtlich Ende November soll er fertig sein. Der Keilriemen im Motor des Busses war gerissen, erklärt Zimmermann weiter. Dadurch sei die Kühlanlage vermutlich heiß gelaufen. In der Folge sei der Lüfter-Propeller aus dem Lager gesprungen und hat dabei den Kühler irreparabel beschädigt.

„Miss Marple“ und ihre Daten

•  gebaut vor 56 Jahren (Dezember 1960) von der Firma ECW Bristol,  Typ Lodekka, Rechtslenker;

•  Sechs-Zylinder-Dieselmotor, 88 kw / 121 PS, 8,364 Liter Hubraum, Höchstgeschwindigkeit 75 Km/h;

•  9,10 Meter lang, 2,50 Meter breit und im Original 4,10 Meter hoch (für die deutsche Zulassung wurde der oberen Bereich aber auf vier Meter gekürzt). us

Wenn der neue Kühler eingebaut ist „müssen wir prüfen, ob die Lager und der Lüfter noch laufen“, so Zimmermann. Erst dann sei absehbar, wann der Londonbus wieder durch Göttingen touren kann. Bereits gekaufte Fahrkarten für eine Stadtrundfahrt am 23. Oktober können im Kundenzentrum der GöVB zurückgegeben werden, ergänzte die Unternehmenssprecherin Stephanie Gallinat-Mecke.

Vor fünf Jahren bereitete der Göttinger Londonbus seinen Schraubern und Fahrern bei den Göttinger Verkehrsbetrieben und Fans schon einmal Reparatur-Sorgen: Nach einem Unfall war die Front des Busses zerstört. Vieles ließ sich in Handarbeit richten. Darüber hinaus kaufte die GöVB einen alten schrottreifen Bus gleichen Typs zum Ausschlachten noch funktionsfähiger Teile. Aber ausgerechnet die dringend benötigte Haube mit Kühlergrill passte nicht und war auch nirgends in Deutschland zu kriegen.

Schließlich bat GöVB-Chef Michael Neugebauer den Chef der Verkehrsgesellschaft in Göttingens Partnerstadt Cheltenham um Hilfe. Der startete eine fast beispiellose Hilfsaktion und die Kollegen aus Cheltenham suchten ganz England nach der begehrten Kühlerhaube ab. Bei einem privaten Liebhaber alter Busse wurden sie schließlich fündig. Aber es dauerte weitere sieben Wochen, bis das sperrige Stück in Göttingen ankam. Ein Jahr nach dem Unfall war „Miss Marple“ schließlich wieder fahrbereit und kutschiert seitdem Teilnehmer von Stadtführungen und privat gebuchten Sonderfahrten durch Göttingen.

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