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Lacy heitert Senioren auf

Besuchshunde im Altenheim Lacy heitert Senioren auf

„Ein Hund ist ein Türöffner zu den Herzen und Seelen der Menschen“, sagt Irmela Clemens. Die Rentnerin koordiniert bei den Maltesern in Göttingen die Einsätze von neun Ehrenamtlichen, die mit ihren Vierbeinern alte und behinderte Menschen besuchen. Derzeit sucht das Team Verstärkung.

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Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. „Es ist bewegend zu sehen, wie Demenzkranke auf unsere Tiere reagieren“, sagt Clemens. Am Dienstagnachmittag war sie mit ihrem Kollegen, dem Rentner Rainer Hennecke, im Göttinger Phoenix-Seniorenzentrum Am Steinsgraben zu Besuch. Eine Runde von 19 Senioren wartete bereits. „Zwischen 80 und 85 Jahren sind unsere Bewohner alt“, erklärte Sybille Godehardt vom Sozialen Dienst der Einrichtung. 80 Prozent seien an Demenz erkrankt.

Als der Hund sie anstupst, strahlt die Frau

Die meisten Bewohner saßen unbeweglich auf Sesseln, Sofas und Rollstühlen. Sie schauten vor sich hin, dösten. Nur wenige sprachen miteinander. Dann lief Lacy, der Labrador-Mischling von Clemens, mit dem Schwanz wedelnd auf die erste Bewohnerin zu, stupste sie mit ihrer nassen Hundeschnauze an, legte eine Pfote auf das Bein der Frau. Und auf deren Gesicht breitete sich sofort ein Strahlen aus. Mit zittrigen Händen streichelte sie das warme, weiche Fell. Die Seniorin begann zu reden, erzählte von Kindheitserinnerungen an Tierbegegnungen.

„Das ist eine schöne Abwechslung im Heim-Alltag“, sagte Bewohnerin Hannelore Wilhelm. Fünf Jungen habe sie groß gezogen, aber nie einen Hund besessen. Nun hielt sie Lacys Gummiball in die Höhe, ließ das Tier hoch springen. Dann warf sie den Ball in den Raum. Der kleine Hund jagte hinterher, rutschte über den glatten Fußboden und brachte den Ball zurück. Bewohner Günther Gumprecht streichelte derweil Henneckes große, schwarze Hündin Ava. „Ich hatte früher Katzen“, erzählte Gumprecht.

Das Besuchshundeprojekt startete mit sechs Leuten

„Seit Juni 2015 gibt es unsere Besuchshundestaffel“, sagte Koordinatorin Clemens. Mit sechs Leuten seien sie gestartet. Hund und Halter hätten eine Ausbildung absolviert. In diesem Jahr seien weitere sechs Leute dazu gekommen und drei aus gesundheitlichen Gründen wieder ausgeschieden. Zwischen 21 und 65 Jahren seien die Helfer alt. In Zweier-Teams besuchten sie bei einem einstündigen Einsatz pro Woche jeweils eine Einrichtung von sechs Altenheimen und einem Haus für behinderte Jugendliche. Zwischen 15 und 20 Menschen nutzten jeweils das Angebot. Gesponsert werd das Projekt von der Göttinger Susanne und Gerd Litfin-Stiftung.

Verstärkung gesucht

Verstärkung: Verstärkung für die Besuchshundestaffel sucht derzeit Eva-Maria Hilgers-Canisius, die Ortsbeauftragte der Malteser in Göttingen. Eine Informationsveranstaltung für Interessierte, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, findet am Mittwoch, 19. Oktober, um 18 Uhr an der Benzstraße 1c statt. Mitmachen kann, wer einen kontaktfreudigen, lieben Hund hat, der nicht schreckhaft ist. Halter und Hund absolvieren eine Ausbildung. Ihren Einsatz verrichten sie in einer Dienstkleidung, ein Hemd mit dem Aufdruck „Besuchsdienst auf Pfoten“. Die Hunde tragen ein Malteser-Halstuch.

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