Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Göttinger Nachwuchs nur mittelmäßig gesund

Landesweite Statistik Göttinger Nachwuchs nur mittelmäßig gesund

Kinder und Jugendliche aus Stadt und Landkreis Göttingen erfreuen sich nur mittelmäßiger Gesundheit. Das hat eine Untersuchung des niedersächsischen Landesbetriebes für Statistik ergeben.

Voriger Artikel
Taxifahrer zückt Messer
Nächster Artikel
Pferdestall in Flammen

Durchschnittlich 113 von 1000 Kindern aus dem Landkreis Göttingen müssen jährlich stationär behandelt werden.

Quelle: ap

113 von 1000 Kindern und Jugendlichen zwischen drei und 18 Jahren mussten sich im Schnitt der Jahre 2004 bis 2008 im Krankenhaus behandeln lassen. Das hat die Statistik ergeben. Im Landkreis Northeim waren es 119 pro 1000 Einwohner der betreffenden Altersklasse. Der Schnitt für ganz Niedersachsen liegt bei 107.

Die Statistiker haben alle Städte und Landkreise Niedersachsens unter die Lupe genommen. Erfassungsgrundlage war nicht der Sitz des Krankenhauses, sondern der Wohnort der Patienten. Am seltensten suchten Kinder und Jugendliche aus Hamburg-Harburg ein Krankenhaus auf. Am häufigsten – 138 pro 1000 – wurden Menschen der betreffenden Altersklasse in Wilhelmshaven stationär behandelt. Mit 136 pro 1000 Einwohner dicht dahinter: der Landkreis Holzminden.

Eine Auffälligkeit verzeichnen die Statistiker für Stadt und Landkreis Göttingen: Hier werden mit 5,28 Patienten landesweit sehr viele Kinder und Jugendliche wegen Verhaltensstörungen und Depressionen stationär behandelt. Höher ist die Quote mit 5,67 nur in der Stadt Osnabrück.

Allerdings: Die Krankenhausstatistik sagt nicht alles über den Gesundheitszustand der Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen aus. So werden ambulante Behandlungen bei Ärzten und Zahnärzten nicht erfasst.
Die niedersächsischen Datensammler erfassten in ihrer Studie allerdings etwas anderes: Wirtschafts- und Sozialfaktoren. Einbezogen wurden unter anderem Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsstand, Einkommen, Transferleistungen und Armutsquoten, Qualifizierungsgrad, Verschuldung und Kindertagesbetreuungsquoten.

Das Fazit der Statistiker: In Regionen mit größeren sozialen Unterschieden, in struktur- und wirtschaftsschwachen Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und vielen Sozialhilfeempfängern „scheinen Kinder und Jugendliche in der Regel häufiger im Krankenhaus behandelt werden zu müssen als in Regionen mit günstigeren wirtschaftlichen und sozialen Strukturen“. Auch bei gleichen ärztlichen Versorgungsmöglichkeiten führe soziale Ungleichheit damit zu unterschiedlichen Gesundheitschancen.

Von Matthias Heinzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bilder der Woche vom 9. bis 15. September 2017