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Appell gegen Tropenholz-Nutzung

Ehrung für Menschenrechtler Bruno Manser Appell gegen Tropenholz-Nutzung

Mit einer ungewöhnlichen Aktion wollen Naturschützer am Sonntag in der Göttinger Innenstadt den Forscher, Menschenrechtler und Regenwald-Experten Bruno Manser ehren. Auch eine Plakette an einer Sitzbank soll an den im Urwald verschollenen Forscher erinnern.

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Bruno Mansers Engagement zum Schutz der Regenwälder soll am Wochenende in Göttingen gedacht werden.

Quelle: Werner Rudhart/dpa

Göttingen. Eine „spektakuläre Aktion“ kündigen der BUND Göttingen und die Gesellschaft für bedrohte Völker an: mit vermeintlichen Holzfällern, die mit Motorsägen und Schwerlaster gegen fiktive Demonstranten vorgehen - mitten auf dem Göttinger Markt. Sie wollen damit an den Schweizer Bruno Manser erinnern, der sich ebenfalls mit ungewöhnlichen Aktionen für den Schutz der Regenwälder und dort lebende Urvölker eingesetzt hat. Vor 16 Jahren verschwand Manser während einer Expedition in Malaysia spurlos.

Zugleich wollen die Naturschützer gegen die Verwendung von Tropenholz protestieren. Hintergrund: Bereits 1989 hatte sich die Stadt verpflichtet, auf Tropenholz zu verzichten. Später setzte sie aber unter anderem beim Bau von Brücken gezielt Tropenholz ein - und 2013 irrtümlich auch bei einer Probebank für die neu gestaltete Fußgängerzone. Daran anlehnend hat der Umweltschützer und Biobauer Ludwig Pape aus Seeburg eine Metall-Gedenkplakette zu Ehren Mansers gestiftet. Sie soll ebenfalls am Sonntag an einer Bank nahe des Gänseliesels montiert werden - auch auf Beschluss des Rates. Im Vorfeld haben die Rats-Grünen erneut zum Verzicht auf Tropenholz aufgerufen - auch beim privaten Einkauf.

Zu der Aktion kommt die Schwester Mansers, Monika Niederberger, aus der Schweiz nach Göttingen. „Das ist eine tolle, schöne Idee“, sagte die 52-Jährige gegenüber dem Tageblatt. Schon als Kind sei es für ihren Bruder ein großes Anliegen gewesen, „mit seiner unglaublichen Neugier“ die Natur zu erforschen. Mit seinem späteren Engagement habe er eine Vorreiterrolle gespielt.

Für Niederberger lebt ihr Bruder weiter - „aber in einer anderen Welt“. Tatsächlich sei es allerdings unwahrscheinlich, dass er wieder lebend auftauche: „Er wird wohl verschollen bleiben, alles andere macht keinen Sinn.“ Bis heute wisse sie nicht, wer für sein Verschwinden verantwortlich sei. Einen Unfall schließt sie aus, „er war ein erfahrener Waldläufer“. Aber: „Er hatte Feinde - in der Regierung Malaysias und bei den Holzfällern.“

Die Aktion beginnt am Sonntag, 22. Mai, um 18 Uhr in der Fußgängerzone am Markt.

Ethnologe und Menschenrechtler

Bruno Manser war ein Schweizer Ethnologe und Umweltaktivist, der sich für den Schutz von Urvölkern in Regenwäldern und gegen die Vernichtung der malaysischen Regenwälder durch die Holzindustrie einsetze. 1990 wurde er aus dem Land ausgewiesen – und ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. In Basel legte er den Grundstein für den Bruno Manser Fond, der sich zu einem weltweit angesehenen Regenwald-Informationszentrum entwickelt hat. 2000 reiste Bruno Manser erneut nach Malaysia – und verschwand spurlos im Regenwald. 2005 wurde er amtlich für verschollen erklärt. Nach ihm wurden zwei Tierarten benannt.

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