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Göttinger Nordstadt soll aufgewertet werden

Entwicklungskonzept Göttinger Nordstadt soll aufgewertet werden

Die Göttinger Nordstadt wird sich in den kommenden Jahren verändern. Der Technologiekonzern Sartorius will das Gelände an der Weender Landstraße bis 2018 verlassen.

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Sartorius will seinen Standort zwischen Weender Landstraße und Annastraße in den nächsten Jahren aufgeben.

Quelle: Heller

Göttingen. Das Sartorius-Gelände liegt inmitten einer 53 Hektar großen Fläche zwischen Liebrecht- und Daimlerstraße im Norden, Christophorusweg und Robert-Koch-Straße im Osten, dem Kreuzbergring und Bartholomäusfriedhof im Süden und Bahntrasse im Westen.

Für die Umgestaltung und Sanierung des Quartiers hat die Verwaltung bereits 2013 eine vorbereitende Untersuchung für das Sanierungsgebiet Nordstadt vorgestellt. Auf deren Grundlage hofft sie auf Landes- und Bundesmittel. Entsprechende Anträge sind gestellt.

Eine besondere Bedeutung hat dabei die Entwicklung des etwa 20 000 Quadratmeter großen Sartorius-Geländes zwischen Weender Landstraße, Daimlerstraße, Annastraße und Arndtstraße. Hier sind derzeit noch gut 800 Arbeitsplätze angesiedelt. Als Industriestandort, den es seit 1898 gibt, ist das Gelände allerdings nicht mehr entwicklungsfähig. Daher will Sartorius das Werk in der Nordstadt in den nächsten Jahren schrittweise aufgeben. Parallel dazu soll der Standort im Industriegebiet Grone erweitert werden.

Große Chancen

Die Aufgabe des Areals könnte für die Nordstadt große Chancen mit sich bringen. Das Sartorius-Quartier liegt schließlich in der Nähe der Innenstadt und der Universität. Dort könnte nicht nur neue Wohnbebauung entstehen. Zusätzlich sind auch andere Nutzungsformen denkbar.

Mit dem Thema befasst sich auch eine Informationsveranstaltung für Bürger des Stadtteils am Donnerstag, 12. Februar. In welche Richtung kann sich das Sartorius-Quartier in den nächsten Jahren entwickeln? Wie passen die Überlegungen in das integrierte Stadtentwicklungskonzept Nordstadt? Diese und andere Fragen sollen an dem Abend geklärt werden.

Gäste sind Rolf-Georg Köhler (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Göttingen, und Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG. Beginn ist um 19 Uhr im Christophorushaus, Christophorusweg 3.

CDU/FDP-Gruppe gegen Sanierungsgebiet

Göttingen. Die CDU/FDP-Gruppe lehnt ein Sanierungsgebiet Nordstadt ab. Der Vorsitzende der Gruppe, Hans-Georg Scherer, betonte in seiner Haushaltsrede, dass er das Projekt nicht nachvollziehen könne. 200 000 Euro sind im Haushalt an Planungskosten für das Projekt vorgesehen. Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf mehr als 14 Millionen Euro. Bei bewilligter Förderung hätte die Stadt davon ein Drittel zu finanzieren.

Für den baupolitischen Sprecher der CDU/FDP-Gruppe, Hans-Otto Arnold, wäre eine Förderung durch Bund und Land eine „unredliche“ Verschwendung von Fördermitteln. Er sieht die Kriterien, die das niedersächsische Sozialministerium für den Stadtumbau vorgibt, als nicht erfüllt – etwa „ wenn ein dauerhaftes Überangebot an baulichen Nutzungen als Folge des sich abzeichnenden demografischen oder wirtschaftlichen Wandels besteht oder zu erwarten ist“. Die Bürger würden sich über verschwendete Steuern ärgern. Für das Quartier würde nach Arnolds Auffassung die Aufstellung eine Bebauungplanes ausreichen.

Strittig ist für Arnold und Scherer auch die Frage nach einem Quartiersplatz zwischen Anna- und Goßlerstraße, den die vorbereitende Untersuchung empfiehlt. Dazu hätten vier Wohnblöcke mit rund 90 Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft abgerissen werden sollen. Der ehemalige Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) sowie Stadtbaurat Dienberg hätten erklärt, dass Kauf und Abriss der Wohnungen zugunsten des Quartiersplatzes vom Tisch seien. „Im schriftlich gestellten Antrag derselben Stadtverwaltung an das Land ist aber genau dies niedergelegt  –  obwohl es in der derzeitigen Wohnungssituation durchaus nicht sinnvoll ist“, sagt Scherer.

Verwaltungssprecher Detlef Johannson sieht darin keinen Widerspruch: „Das Land entscheidet generell über die Aufnahme in das Förderprogramm, nicht über einzelne, denkbare Maßnahmen. Wenn eine Förderzusage vorliegt, dann ist es unsere Sache, hier vor Ort zu klären, welche Maßnahmen umgesetzt werden.“ Zum einen habe die Wohnungsgenossenschaft bei der vorbereitenden Untersuchungen erkennen lassen, dass „sie sich durchaus einen Abriss dieser stark modernisierungsbedürftigen Gebäude vorstellen könne, wenn gleichzeitig an anderer Stelle ein Neubau realisiert werden könne“. Zweitens habe die Verwaltung dadurch „auf das Fehlen eines Quartiersplatzes in der Nordstadt aufmerksam“ machen wollen. „Der könnte hier entstehen, aber auch durchaus woanders“, sagt Johannson.

Carlo Scherrer, technischer Leiter und Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft, betont die generelle Bereitschaft seiner Gesellschaft zur Mitarbeit. Die Genossenschaft besitzt dort rund 1000 Wohnungen. Das Bemühen der Stadtverwaltung, sich frühzeitig um die Zukunft des „wichtigen Wohnstandortes“ zu kümmern, sei zu befürworten. Fördermittel seien dafür geeignet, schließlich fehle der Stadt eigenes Geld in der Kasse.

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