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Göttinger Pädophilen-Helfer treten an die Öffentlichkeit

Fachtagung am 17. Juli Göttinger Pädophilen-Helfer treten an die Öffentlichkeit

Wer krank ist, geht zum Arzt. Wer gern Feuer legt, dem hilft der Psychiater. Und wer einen sexuellen Hang zu Jugendlichen hat oder sich gern Fotos nackter Kinder anschaut…? Der landet wie der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy irgendwann vor dem Richter. Denn ambulante Präventionseinrichtungen für Pädophile gibt es nach wie vor nicht in ausreichender Anzahl, und deren Möglichkeiten, Betroffenen zu helfen, sind beschränkt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Ein Forschungsprojekt, daran etwas zu ändern, wird seit Juli 2011 im Zentrum Psychosoziale Medizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) entwickelt. Inzwischen ist das Projekt für ambulante Diagnostik und Therapie (PsM) daran ausgerichtet, Therapiemöglichkeiten für Pädophile zu entwickeln und deren Möglichkeien zu überprüfen, damit potenzielle Täter Hilfe bekommen, noch ehe sie straffällig werden. Mit ihren Erfahrungen aus den letzten vier Jahren treten die PsM-Mitarbeiter, an der Spitze Prof. Jürgen Müller, im Juli an die Öffentlichkeit. Gerade sind Mitarbeiter ambulanter Präventionseinrichtungen aus ganz Deutschland und der Schweiz zu einer Fachtagung nach Göttingen eingeladen worden. Am Freitag, 17. Juli, sollen hier Fachleute ihre Erfahrungen austauschen und dabei diagnostische und therapeutische Herausforderungen vorstellen sowie die Schwierigkeiten der wissenschaftlichen Evaluation des Themas beraten.

Unterdessen haben Müller und sein Kollege Georg Stolpmann einen neuen Stamm von Mitarbeitern um sich geschart. Darunter der promovierte Diplompsychologe Simon Palmer, der über unbewusste visuelle Wahrnehmungsprozesse geforscht hat. Ebenso die in Magdeburg und Göttingen ausgebildete und promovierte  Psychologin Martina Wernicke. Sie ist psychologische Psychotherapeutin mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt. Nach wie vor steht das Team Müllers Pädophilen oder Konsumenten von Kinderpornografie als Ansprechpartner bereit, wenn sie sich freiwillig mit ihrer verbotenen Vorliebe auseinander setzen wollen. Kontakt ist möglich unter Telefonnummer 0551/4022100.

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