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Göttinger Piraten werben für die Legalisierung von Hanf

Drogenpolitik Göttinger Piraten werben für die Legalisierung von Hanf

"Mehr Hanf wagen": Unter diesem Motto haben die Göttinger Piraten am Sonnabendmittag in der Göttinger Innenstadt für die Legalisierung von Hanf geworben. Dazu verteilten sie kleine Tütchen mit Nutzhanfsamen, die es legal als Vogelfutter zu kaufen gibt, an Passanten. Die Aktion sei auf breites Interesse gestoßen, sagte Pirat Francisco Welter-Schultes.

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Die Göttinger Piraten haben am Sonnabendmittag in der Göttinger Innenstadt für die Legalisierung von Hanf geworben.

Quelle: Fuhrmann

Göttingen. Die Piraten setzten sich in ihrem Parteiprogramm für ein Umdenken in der Drogenpolitik ein und forderten, Anbau und Konsum von Cannabis nicht mehr länger zu kriminalisieren, sagte Welter-Schultes.

 "Wir stehen für eine pragmatische und vorurteilsfreie Suchtpolitik, in der Aufklärung über Suchtgefahren, Schutz von Nichtkonsumenten, Eigenverantwortung, Jugend- und Verbraucherschutz im Vordergrund stehen." Marihuana sollte legal angebaut und verkauft werden können - und zwar unter staatlicher Kontrolle.
Innerhalb einer halben Stunde hatten die Piraten die 50 Tütchen mit Nutzhanfsamen verteilt. Die Resonanz sei größtenteils positiv gewesen, sagte Pirat Niels-Arne Münch. Die meisten Passanten hätten aufgeschlossen reagiert, viele mit Humor. Eine Psychologin habe gesagt, "mit Drogen kenne ich mich aus", erzählte Münch.

"Jeder Drogendealer gehört an die Laterne, das ist meine Meinung"

Der Göttinger Frank Beckmann fand die Aktion der Piraten gut. "Es ist doch Schwachsinn, Cannabis zu verteufeln", sagte der 47-Jährige. Mit einer Legalisierung könne man "der Kriminalität den Wind aus den Segeln nehmen". Man dürfe Konsumenten nicht zwingen, illegale Wege zu gehen. Beckmann schränkte aber auch ein: Ob es nun "ums Kiffen oder Saufen" gehe, am besten sei es, gänzlich nüchtern zu bleiben.

Ein anderer Passant reagierte ungehalten auf die Aktion der Piraten. Er sei strikt gegen die Legalisierung von Hanf. "Jeder Drogendealer gehört an die Laterne, das ist meine Meinung", sagte der Mann.

Die Aktion reihte sich ein in die bundesweit stattfindenden Aktionen zum Global Marijuana March (Hanftag). Die Polizei habe bislang zumeist entspannt reagiert, sagte Welter-Schultes, mit einer Ausnahme: In Stuttgart seien kürzlich bei einer von 500 Teilnehmern besuchten Hanftag-Veranstaltung mehr als 200 Tütchen mit Nutzhanfsamen von der Polizei beschlagnahmt worden.

Die Tütchen, die in Göttingen verteilt wurden, stammen nach Angaben von Welter-Schultes aus Stuttgarter Restbeständen. "Damit soll auch ein Zeichen der Solidarität gesetzt werden." In Göttingen reagierte die Polizei nach Angaben der Piraten entspannt. Die Beamten hätten sich die Tütchen angeschaut und seien dann wieder gegangen, sagte Münch.

Nutzhanfsamen sind nach Angaben von Welter-Schultes ganz legal im Handel als Vogelfutter erhältlich. Das Aussäen sei jedoch verboten, "auch wenn der harmlose Nutzhanf (Cannabis sativa) nicht als Droge verwendet werden kann". Begründet werde das Verbot damit, dass Nutzhanf der Rauschmittelpflanze Cannabis indica ähnlich sehe.

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