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Göttinger Profile: Polizist und Reptilienhalter Oliver von Sierakowski

Experte für tierische Rettungseinsätze Göttinger Profile: Polizist und Reptilienhalter Oliver von Sierakowski

Erwin und Erna sind alles andere als munter. „Dafür ist es mindestens 15 Grad zu kalt“, sagt Oliver von Sierakowski. Mit einer Temperatur von 30 Grad hat der Groner bereits begonnen, im Terrarium der aus Mexiko beheimateten Chuckwalla-Leguane die Winterruhe einzuleiten.

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Männerfreundschaft: Oliver von Sierakowski mit dem Chuckwalla-Leguan Erwin.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Seit seiner Kindheit hält von Sierakowski Reptilien – und gilt im Kreis seiner Kollegen von der Göttinger Polizei als Experte für ganz spezielle Rettungseinsätze.

Der aus seiner Sicht spektakulärste Vorfall ereignete sich 2011 im September: Am Waldrand bei Bovenden wurde ein Steppenwaran gesichtet. Von seinen Kollegen um Unterstützung gebeten, eilte Sierakowski herbei, ausgestattet mit dicken Lederhandschuhen. Obschon der etwa ein Meter lange Waran vor Kälte erstarrt war, griff der Groner mit äußerster Vorsicht zu: „Die Tiere können ohne Probleme Schneckenhäuser knacken“, sagt der Autobahnpolizist.

Ein halbes Jahr lang versorgte er die verletzte und offenbar ausgesetzte Großechse in seinem Zuhause, „der ganze Rücken war verbrannt, vermutlich von einer zu tief hängenden UV-Lampe“, vermutet der Reptilienfreund. Schließlich gab er das Tier in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde in die Obhut des Nabu-Artenschutzzentrums Leiferde. „Ich hätte auf Dauer ein riesiges Terrarium gebraucht, und dafür ist bei uns kein Platz.“ Von Leiferde aus wurde der Waran an einen Zoo vermittelt.

Doktor Dolittle aus Grone

Mit sieben Jahren legte sich von Sierakowski das erste Terrarium zu. Darin lebten amerikanische Laubfrösche und Unken. „Schlangen und Spinnen sind nicht mein Fall, nur Echsen und Amphibien.“ Während eines fünfjährigen beruflichen Gastspiels bei der Berliner Polizei blieben die Glaskästen leer. Erst nach der Rückkehr 1991 legte sich der Groner Bartagamen zu. Seither sind seine Terrarien beinahe ständig belegt.

Die Tiere kauft er bei Züchtern oder aus zweiter Hand von anderen Reptilienhaltern. Manchmal sind es auch ausgesetzte Tiere, denen der Groner ein Zuhause gibt. Andere stammen aus der eigenen Zucht. Seine Familie unterstützt das Hobby nach Kräften, „mein jüngster Sohn teilt sogar mein Interesse, und im Urlaub versorgt mein Vater die Echsen“.

Alle Familienmitglieder sind sehr tierlieb, was die Anzahl der tierischen Mitbewohner zeitweise in die Höhe treibt. „Zurzeit gibt es die Chuckwallas, zwei Blauzungenskinks, zwei Meerschweinchchen und Hündin Ellie“, berichtet der 46-Jährige. „Und wenn wir verletzte Mäuse im Wald oder Elstern im Garten finden, pflegen wir auch die gesund. Im Bekanntenkreis“, scherzt von Sierakowski, „werde ich deshalb schon Doktor Dolittle genannt“.

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