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Göttinger Purak Ahmadpanah umradelt die Welt

Reise seines Lebens Göttinger Purak Ahmadpanah umradelt die Welt

„Mein ganzes Leben in fünf Taschen.“ In Purak Ahmadpanahs Stimme schwingt ein bisschen Wehmut mit, als er auf die Satteltaschen deutet, mit denen sein Fahrrad beladen ist. Sein Plan: Er möchte die Welt auf dem Fahrrad umrunden, am Montag startet er vom Gänseliesel.

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Hat die Satteltaschen gepackt: Purak Ahmadpanah startet am Montag um die Welt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Der 38-Jährige hat bis vor kurzem in der Junkernschänke gearbeitet, die jetzt geschlossen ist. Das Vorhaben plant er aber schon länger. Seit November vergangenen Jahres bereitet er die Reise vor, die ihn in rund drei Jahren über Tschechien, Griechenland, den Iran, Indien, Thailand und quer durch Südamerika führen wird. Pro Tag plant der ehemalige Finanzberater aus dem Iran 50 Kilometer-Etappen, an sechs Tagen in der Woche. „Wenn ich länger brauche, ist das kein Problem. Ich habe Zeit.“

Die hat sich Ahmadpanah, der mit 12 Jahren mit seiner Familie nach London kam, schon immer genommen. Beispielsweise, als er als Tourist vor viereinhalb Jahren nach Göttingen gekommen ist. „Hier ist es so schön, da bin ich einfach geblieben.“ Den Job in der Finanzberatung, Familie, Freunde – alles hat er hinter sich gelassen, um Göttingen gegen London einzutauschen. In seiner Zeit an der Leine hat er als Kellner und Barkeeper gearbeitet. Für Ahmadpanah die richtige Entscheidung: „Ich war noch nie so zufrieden und ausgelassen wie hier.

Für eine kleine Stadt hat Göttingen so viele Möglichkeiten.“ Gleichzeitig fühlt er sich nirgendwo so richtig zu Hause: „Ob im Iran, in England, oder Deutschland – ich bin überall ein Ausländer. Deshalb ist die Welt mein Zuhause.“ Und daher sei es nur folgerichtig, dass er sich etwas Zeit nimmt, sie zu erkunden. Einer Person gefällt das übrigens gar nicht: seiner Mutter. Ahmadpanah muss wieder lachen. „Sie hat aus Spaß sogar Freundinnen von mir gefragt, ob sie mich nicht heiraten wollen, damit ich bleibe.“ Grundsätzlich könne er sich ihrer Unterstützung aber sicher sein.

Die Reisevorbereitungen sind mittlerweile abgeschlossen, was nicht heißt, dass der 38-Jährige nicht mit Problemen oder Umwegen rechnet. Visa müssen laufend beantragt werden, außerdem muss er mehrmals mit dem Schiff übersetzen. All das kostet Geld, das sich Ahmadpanah unterwegs verdienen will. Er bleibt gelassen: „Als Barkeeper kann ich überall arbeiten.“ Günstig ist seine Reise allerdings nicht: Schon jetzt hat er in Ausrüstung und Versicherung 10 000 Euro investiert – mit dabei: ein Tablet, mit dem er Freunde und Interessierte mit einem Blog auf dem Laufenden halten möchte.

Und danach? „Dann möchte ich wieder nach Göttingen zurück.“ Ahmadpanah lacht. „Zumindest für einige Zeit.“

Von Jonas Rohde
Weitere Infos im Netz unter earthontwowheels.com

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