Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Göttinger Rat lehnt Golfplatz bei Geismar ab

Heftige Diskussion Göttinger Rat lehnt Golfplatz bei Geismar ab

Der Golfplatz südlich von Geismar ist weitgehend vom Tisch. Eine große Mehrheit  der Göttinger Ratspolitiker will die Pläne ad acta legen. Nur die SPD hielt während einer hitzigen Ratsdebatte am Donnerstag an einer weiteren Diskussion über einen Flächennutzungsplan inklusive Golfanlage fest.

Voriger Artikel
Mann auf A7 bei Mengershausen von Lastwagen erfasst und getötet
Nächster Artikel
„Kinder informieren Kinder“ in der Uni Göttingen
Quelle: Hinzmann/Archiv

Göttingen. Zugleich überreichten Mitglieder einer Bürgerinitiative dem Rat 6500 Unterschriften gegen das Projekt.

 
Seit Wochen wird über die Pläne für einen Golfplatz im Bereich einer ehemaligen Bauschuttdeponie diskutiert. Der Rat selbst hatte die Golfplatz-Idee in seinem Sportentwicklungskonzept aufgenommen. Die Göttinger Sport und Freizeit GmbH, Sportvereine und Stadtplaner halten das Areal bei Geismar für geeignet. Ob es entsprechend ausgewiesen wird, sollen die Göttinger in den kommenden Monaten öffentlich diskutieren – als Teil eines neuen Flächennutzungsplanes.

 
„Der Golfplatz hat kaum Rückhalt in der Bevölkerung“, erklärte am Donnerstag Sabine Morgenroth (Grüne) zum gemeinsamen Antrag von Grünen, CDU, FDP, Linken und Piraten und forderte: „Dann können wir das Thema auch hier und heute beenden.“ Zudem sei es ökologisch nicht vertretbar für eine Sportanlage wertvolles Ackerland und  den Lebensraum vieler Tiere zu opfern.  „Vor allem nicht an dieser Stelle“, ergänzte für die CDU/FDP-Gruppe Hans-Georg Scherer.  Golf habe zudem nichts mit der Förderung des Breitensports zu tun, so Patrick Humke (Linke).

 
Verwaltung und SPD betonte mehrfach, dass noch gar kein Golfplatz konkret geplant werde. Es gehe zurzeit um eine offene Diskussion mit den Bürgern darüber, ob und wie das Areal genutzt werden könne. „Sie können nicht etwas aus dem Flächennutzungsplan (F-Plan) streichen, was noch nicht drin steht“, sagte Stadtbaurat Thomas Dienberg. Es sei zu früh, die Diskussion jetzt abzubrechen, betonte auch Sylvia Binkenstein (SPD). Denn auch wenn es Kritik an einem Golfplatz gibt, dürfe sich der Rat in der F-Plan-Debatte inklusive Bürgerbeteiligung keinem Denkverbot unterordnen. Damit würden auch die Interessen anders denkender Bürger missachtet. Thomas Henze ergänzte, das Golf mit 637 000 registrierten Vereinsmitglieder in Deutschland keine Randsportart mehr sei.

 
Ganz beendet ist die Diskussion noch nicht. Der Antrag soll noch einmal im Bauausschuss beraten werden. Direkt beschlossen hat der Rat mit Mehrheit aber den Zusatzvorschlag, am südlichen Stadtrand einen durchgehenden Grüngürtel zu entwickeln.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016