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Göttinger Regina und Wolfgang Feldt feiern Diamantene Hochzeit

Liebe auf den ersten Blick an der Kinokasse Göttinger Regina und Wolfgang Feldt feiern Diamantene Hochzeit

Als Flüchtlinge kamen beide nach dem Zweiten Weltkrieg in die Stadt Göttingen. Sie stammt aus Bad Dürrenberg an der Saale, er aus Zittau östlich der Neiße. Vor 60 Jahren haben Regina und Wolfgang Feldt in Göttingen geheiratet. Am 28. Mai kann das Paar Diamantene Hochzeit feiern.

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„Wenn die Liebe nicht mehr funktioniert, funktioniert das ganze Leben nicht.“ : Regina und Wolfgang Feldt sind seit 60 Jahren verheiratet.

Quelle: Heller

Göttingen. Mit 15 Jahren musste Wolfgang Feldt in den Krieg ziehen. Mit 16 geriet er in Gefangenschaft, kam frei, kämpfte sich durch bis nach Hause – und machte sich allein wieder auf den Weg nach Friedland, „wir hatten östlich der Neiße gewohnt, und diese Gebiete wurden an Polen abgetreten“, erinnert sich Feldt.

Er fand Arbeit bei einem Bauern in Elkershausen. Dort blieb er acht Jahre. Und ging in seiner Freizeit oft ins Kino. So auch im schicksalhaften März 1954: An der verglasten Kasse des Göttinger Casinos saß eine junge Frau, die drei Jahre zuvor mit Umweg über Cuxhaven aus Sachsen-Anhalt nach Göttingen gekommen war. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, schwärmt er noch mit 85 Jahren von der Begegnung mit seiner zukünftigen Ehefrau.

Die 19-Jährige war zunächst nicht begeistert über ihren Verehrer. „Er stand da rum und himmelte mich an, bis mein Chef kam und ihn wegschickte“, erzählt Regina Feldt. Als der 25-jährige aber ihretwegen den Beruf wechselte, Filmvorführer wurde und sich dann auch noch als junger Mann „mit einem weichen Herz“ entpuppte, verflog die Skepsis. Das Paar heiratete im Jahr darauf und bezog eine Betriebswohnung seines neuen Arbeitgebers am Greitweg, „in einer Baracke, aber wir waren froh, dass wir sie gekriegt hatten“, sagt Wolfgang Feldt. Später zog die Familie auf den Göttinger Leineberg um, wo das Ehepaar noch heute lebt.

Vier Kinder, acht Enkelkinder und sechs Urenkel gehören mittlerweile zum Familienverbund, „bei Feiern sind wir mit deren Partnern mehr als 30 Leute, nur der engste Familienkreis“, sagt Regina Feldt mit einem Lächeln, „es ist schön, dass wir das alles noch erleben können“. Wie auch die langjährige eheliche Hausgemeinschaft. „Wenn beide in Rente sind und 24 Stunden am Tag gemeinsam verbringen, das will gelernt sein“, meint Wolfgang Feldt. 30 Jahre lang betreute er einen Schrebergarten, bis er das Areal vor zwei Jahren aufgab. „Jetzt male ich, sie liest viel – oder wir kniffeln“, sagt er augenzwinkernd. Das Glück, ergänzt seine 80-jährige Ehefrau, hänge aber vor allem an dem kleinen Wort Liebe: „Wenn die nicht mehr funktioniert, funktioniert das ganze Leben nicht.“

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