Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Big Party unter Freunden

Städtepartnerschaft Big Party unter Freunden

Mehr als 100 Göttinger weilen derzeit im Südwesten Englands. Grund: Sie feiern die Städtepartnerschaft, welche die Stadt Göttingen seit 66 Jahren mit der englischen Stadt Cheltenham verbindet. Unter anderem feierten sie mit den englischen Freunden am Wochenende das „Göttingen-Festival 2017“.

Voriger Artikel
Pack die Badehose weg
Nächster Artikel
Nachwuchs im Wildtierpark Edersee

Rolf-Georg Köhler und seine Amtskollegin Klara Sudbury.

Quelle: Meyer

Göttingen/Cheltenham. Groß war die Freude am Sonnabend trotz des typisch englischen Regenwetters, als der kanariengelbe Reisebus mit den Partnerschaftsgästen aus Göttingen mit lautem Hupen auf den Parkplatz an der Galopprennbahn in Cheltenham einbog. Unter die englischen Gastgeber hatte sich auch Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) gemischt, der nur wenige Stunden vorher mit dem Flugzeug in Birmingham gelandet war.

Seine Landsleute hatten einen wesentlich beschwerlicheren Weg auf sich genommen. Sie waren bereits am Freitagmorgen in der Universitätsstadt aufgebrochen und hatten die Nacht auf der Fähre „Pride of Hull” (Stolz von Hull) beim Überqueren der Nordsee vom holländischen Rotterdam aus verbracht. Auf dem Weg in den Südwesten Englands stand noch der Besuch der historischen Stadt York auf dem Programm.

Bereits seit 66 Jahren besteht die Partnerschaft der beiden fast gleich großen Städte. „Der Auslöser war ein Jugendaustausch 1951 nur wenige Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs”, erklärte Karin Ropeter vom Referat für Internationale Beziehungen der Stadt Göttingen, seit langem mit der Organisation der Partnerschaftsreisen auch ins französische Pau, polnische Thorn sowie Wittenberg an der Elbe beauftragt. Rund 75 Prozent der Teilnehmer wohnen während des Aufenthalts in privaten Unterkünften, die anderen mit den offiziellen Vertretern im Hotel. „Etliche nehmen bereits seit vielen Jahren teil und haben bereits intensive Kontakte zu ihren Gastgebern geknüpft”, sagte Ropeter und bedauert, dass fast keine jungen Göttinger mitgefahren sind.

Bevor am Sonntagmittag in „Chapel Arts“, einer zu einem Kunstzentrum umgebauten Kirche, die offizielle Begrüßung erfolgte, nahmen zahlreiche Engländer und Deutsche am Gottesdienst im Cheltenham Minster teil. Dieser wurde von der örtlichen Pfarrerin Clare Dyson unter Mitwirkung des pensionierten Pfarrers Günther Nörthemann von der St.-Godehard-Gemeinde sowie dem Vorstandsmitglied Anne Engelhardt vom Göttinger Partnerschaftsverein gehalten. „Besonders beeindruckt hat mich das gemeinsame Sprechen des Vaterunsers mit unseren englischen Freunden“, betont der CDU-Bürgermeister Thomas Häntsch, mit Ulrich Holefleisch (Grüne) und SPD-Ratsmitglied Karl Adam Vertreter der Stadt Göttingen.

Spontaner Beifall brandete auf beiden Seiten auf, als beim Begrüßungsakt Cheltenhams Bürgermeisterin Klara Sudbury betonte, dass der Brexit keinen Einfluss auf die enge Beziehung nehmen werde. Köhler bemerkte in seiner Rede, dass Göttingen den Brexit bedaure, die Bewohner aber als Demokraten damit gut umzugehen wüssten. Er sei stolz, eine solch einzigartige internationale Städtepartnerschaft zu führen. Dann überreichte Köhler seiner Amtskollegin ein Foto vom Gänseliesel.

„Wir freuen uns über unsere Göttinger Besucher, die unsere Freunde wurden”, sagte John Sleight, der vor zwei Jahren erstmals in Südniedersachsen war. Bereits seit 30 Jahren nimmt Linda Beard am Austausch teil, besuchte schon etliche Male Göttingen und unterhält enge Beziehungen zu ihren Gastgebern. „Wir besuchen uns sogar zu familiären Höhepunkten wie Hochzeiten und großen Geburtstagen”, sagte die 73-Jährige. Schon mehrere Mal reiste Ulla Yassini in die Partnerstädte Göttingens. „Ich freue mich, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen“, erklärte die ehemalige Lehrerin.

Neben 33 Sportfreunden unter Leitung von Joachim Pförtner vom Stadtsportbund Göttingen weilten auch 13 Jugendliche im Rahmen des Projekts „Sport und Sprache” momentan in Cheltenham. „Wir haben die Mädchen und Jungen sprachlich auf den Aufenthalt vorbereitet”, so Jessica Wiecher, die gemeinsam mit Nico Hauser die junge Gruppe leitet und mit ihre Ausflüge nach London und Straford upon Avon unternahm. Auch sportlich waren sie bei Cricket, Badminton und Hockey aktiv.

Die sogenannte „Big Party” am Dienstagabend bildet den geselligen Höhepunkt des Besuchsprogramms, bevor es dann am Donnerstagmorgen ein erneutes „Come together” an der Galopprennbahn zum Abschied gibt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Jochen Meyer

Landtagswahl: So feiern die Parteien in Göttingen und der Region