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Göttinger SPD sagt Tüten und Verpackungen aus Plastik den Kampf an

Überall Plastik Göttinger SPD sagt Tüten und Verpackungen aus Plastik den Kampf an

„Es muss nicht immer Plastik sein.“ Die Göttinger SPD unternimmt in einem Ratsantrag den Versuch, Plastiktüten und Plastikverpackungen aus dem Stadtgebiet weitgehend zu verdrängen.

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Ob grün, ob weiß: Auf dem Göttinger Wochenmarkt sind Plastiktüten weitverbreitet.

Quelle: Heller

Göttingen. Dazu soll die Verwaltung an einem Runden Tisch unter anderem mit Pro City, dem Einzelhandelsverband, den Wochenmarkt Beschickern und der Verbraucherzentrale erörtern, welche Möglichkeiten es für „einen freiwilligen vollkommenen Verzicht auf Plastiktüten und weitgehendem Verzicht auf Plastikverpackungen“ gibt.

Das globale „gravierende Problem“ der Umweltverschmutzung durch Plastikmüll könne auch lokal angegangen werden, sagte Andreas Klatt (SPD) in der jüngsten Ratssitzung. „Wir können nicht auf ein EU-Verbot für Plastiktüten warten“, appellierte er. Längst gäbe es „gute umweltfreundliche Alternativen zu den herkömmlichen Plastiktüten“.

Nach Angaben des Bundesumweltamtes verbraucht jeder Deutsche pro Jahr 71 Plastiktüten, insgesamt knapp sechs Millarden Tüten pro Jahr in Deutschland. Tendenz europaweit steigend. Gleichzeitig würden, so Klatt, aber nur zehn Prozent davon recycled oder in Müllverbrennungsanlagen verwertet.

„Wir sind auf der Suche nach einer Lösung“

„Fast überall bekommt man unaufgefordert eine Plastiktüte in die Hand gedrückt“, ärgerte sich Klatt. Auf dem Göttinger Wochenmarkt etwa sind Plastiktüten derzeit an fast allen Ständen zu finden. Nur ein, zwei Marktbeschicker verzichten bereits darauf. Obst, Gemüse, Fleisch und Blumen werden an den meisten Ständen in die weißen oder grünen Beutel verstaut, die meist so dünn sind, dass sie sich für eine Wiederverwendung kaum eignen.

Doch auf taube Ohren stößt die SPD mit ihrem Vorschlag bei den rund 80 Beschickern des Wochenmarktes keineswegs. Während ihrer jüngsten Mitgliederversammlung ist das Thema nach Auskunft von Dieter Rabe, Vorsitzender des Wochenmarktvereins, diskutiert worden. „Wir sind auf der Suche nach einer Lösung.“

Dabei gehe es derzeit nicht um den Preis, sondern um eine einheitliche Gestaltung der Tüten. Rabe gibt aber auch zu bedenken, dass Papiertüten nicht für alle Waren gleich gut geeignet seien. „Fleisch, Geflügel, nasser Salat gehen schlecht in Papiertüten zu transportieren“, meinte Rabe.

„Die Gratistüte muss aus dem Handel verschwinden“

Die Wochenmarktkunden Gitta und Robert Schaffer aus Rosdorf würden eine Umstellung von Plastik auf Papier begrüßen. Sie selbst nutzen die Plastiktüten schon heute nur dann, wenn es nicht anders geht. „Wir nehmen ganz bewusst unsere Stoffbeutel mit“, sagt Gitta Schaffer.

Jeder könne mit solchen Maßnahmen die Plastikflut ein wenig eindämmen. Margit Göbel (Grüne) forderte in der Ratssitzung: „Die Gratistüte muss aus dem Handel verschwinden.“ Hier sei viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Sie hegte aber Zweifel an dem Erfolg des SPD-Antrags. „Versuchen sollten wir es trotzdem.“

Tobias Schleuß von den Piraten merkte an, dass für ihn das Problem weniger bei den Plastiktüten liegt, sondern vielmehr in den Plastikverpackungen. Der Rat hat den Antrag der SPD einstimmig in den Umweltausschuss verweisen.

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