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Göttinger SPD will Verbindungsstudenten konsequent ausschließen

Diskussion um Ausnahme-Gruppen Göttinger SPD will Verbindungsstudenten konsequent ausschließen

„Jetzt aber wirklich.“ Mit diesem Appell wollen die Göttinger Sozialdemokraten dafür sorgen, dass ein Beschluss ihres Bundesvorstandes „endlich umgesetzt und ausgeweitet wird“: Danach ist eine Parteimitgliedschaft unvereinbar mit einer gleichzeitigen Mitgliedschaft in einer Studentenverbindung.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Die jüngsten Vorfälle „korporierter Gewalt“ in Göttingen seien untragbar und ein weiteres Alarmzeichen, erklärten Mitglieder der Jungsozialisten (Jusos) am Mittwochabend während einer Versammlung der Delegierten aus den Göttinger Ortsvereinen. Die Mitgliedschaft in Burschenschaften und ähnlichen Verbindungen gehe grundsätzlich einher mit reaktionären, rassistischen und frauenfeindlichen Wertvorstellungen, die nicht vereinbar seien mit den Grundwerten der SPD.

Tatsächlich gibt es seit 2013 bereits einen solchen Unvereinbarkeitsbeschluss auf Bundesebene, der auch damals von Göttingen aus angestoßen wurde. Geradezu verärgert äußerten sich allerdings mehrere Jusos und andere Mitglieder darüber, dass dieser Beschluss inzwischen vom Parteivorstand so weit geändert worden sei, dass er nur noch für Verbindungen innerhalb des Dachverbandes Deutsche Burschenschaft (DB) gilt. Das greift vielen Göttinger Genossen zu kurz. Auch in anderen studentischen Verbindungen herrsche das klassische Gedankengut vor. Und ihre Mitglieder hätten in der Partei nichts zu suchen – ohne Einschränkungen.

Eine Position, die viele Delegierte grundsätzlich teilten. Zugleich gab es aber Bedenken, alle Verbindungen pauschal zu betrachten. Auch die traditionsreichen „Blauen Sänger“ in Göttingen seien eine Verbindung, aber „völlig unverdächtig“. Und ist es wirklich richtig, einem 18-jährigen Studenten die Parteimitgliedschaft zu verwehren, der in seiner Meinung noch gar nicht so gefestigt ist und vielleicht etwas unbedarft ein Zimmer in einem Verbindungshaus bezogen hat, wollte Janek Freyjer als Vorsitzender des Ortsvereins Geismar wissen. Nach langer Diskussion unterstützten schließlich fast alle Delegierten den Antrag an den Parteivorstand, die Unvereinbarkeit auszuweiten.

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