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Göttinger Schüler funken in die Antarktis

Projekt der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttinger Schüler funken in die Antarktis

 „Delta Lima Null Golf Sierra Golf. Am Mikrofon: Delta November Fünf Foxtrott Romeo …“ Drei Jugendliche aus der achten Klasse  der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) sitzen vor dem Sprechfunkgerät und versuchen, Kontakt mit der deutschen Forschungsstation „Neumeyer III“ in der Antarktis aufzunehmen.

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Per Funk mit Antarktis verbunden: Jan-Lukas Backhaus, Janin Siepmann und Jan-Hendrik Stopka (v.l.). Im Hintergrund Projektleiter Frank Richardt.

Quelle: Vetter

Göttingen. Die Antwort: Rauschen und Kratzen, manchmal kann man eine undeutliche Stimme erahnen. Das Problem ist ein heftiger Schneesturm am Südpol, der die Antennen vereisen lässt und atmosphärische Störungen verursacht.

Lehrer Frank Richardt, der das Projekt Amateurfunk leitet, erklärt: „Die Ausbreitungsbedingungen bei Kurzwelle sind sehr sprunghaft. Es könnte also jeden Moment funktionieren.“ Nach fast eineinhalb Stunden steht tatsächlich der Kontakt mit IT- und Funktechniker Lars Lehnert, der von der Antarktis aus verabredete Funkverbindungen mit Schulgruppen anbietet. Die Jugendlichen stellen ihm ihre vorbereiteten Fragen und erfahren, woran er in der Antarktis arbeitet und wie die Versorgung funktioniert.

„Es war ein riesengroßer Erfolg“, erklärt Richardt. Die Sprachqualität sei entsprechend gut gewesen, immerhin galt es, 13 700 Kilometer zu überbrücken. Auch die Schüler sind stolz. „Wenn mal das Telefon- und Internetnetz zusammenbricht, können wir immer noch über Funk kommunizieren. Dafür braucht man nur eine Autobatterie, einen Draht und ein Handfunkgerät“, sagt Janin Siepmann: „Nach Katastrophen wie Erdbeben sind Funker die ersten, die Kontakt aufnehmen und Hilfe rufen können.“

Die Projektgruppe Amateurfunk hat in diesem Schuljahr noch viel vor. „Wir wollen als nächstes ein Morsegerät bauen und dann das Morsen üben“, erzählt der 13-jährige Jan-Hendrik Stopka. „Und später wollen wir Kontakt mit der ISS aufnehmen. Das funktioniert über Ultrakurzwelle“, erklärt Siepmann. Die Chancen stehen gut: Richardt hat als langjähriger Amateurfunker und Leiter des Fachbereichs Arbeit, Wirtschaft und Technik der GSG die geeigneten Kenntnisse, um den Schülern auch die verschiedenen elektronischen Schaltungen beizubringen.

Von Valerie Schenk

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