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Göttinger Schutzgemeinschaft organisiert Fledermaus-Nacht am Kiessee

Flinke Flattermänner Göttinger Schutzgemeinschaft organisiert Fledermaus-Nacht am Kiessee

Perfekte Jäger: Abendsegler und Mausohr – beides Fledermausarten, die auch in der Region vorkommen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen (BSG) haben am Wochenende eine Fledermaus-Nacht am Göttinger Kiessee angeboten.

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Kleines Bild: Anne Elser

Quelle: EF

Friedhelm und Waltraud Zubke sind überrascht, dass rund 70 Menschen an der Exkursion interessiert sind: „Das hätten wir nicht erwartet.“ Doch bei der Führung mit Anne Elser und anderen wird schnell klar, warum so ein reges Interesse herrscht: Für jede Altersstufe sind Informationen dabei. So stellen die Teilnehmer viele Fragen, auf die die Ehrenamtlichen Antworten parat haben: „Gehen alle Fledermäuse in der Nacht auf die Jagd?“ Bei nahezu 1000 Fledermausarten auf der Welt sei das schwer zu beantworten. Unterschiedliche Arten jagen zumindest zu verschiedenen Zeitpunkten – allerdings meistens in der Dunkelheit. „Haben Fledermäuse natürliche Feinde?“ Ja, Beutegreifer, die an die nachtaktiven Tiere herankommen. Dazu gehören unter anderem Eulen oder auch Marder. „Was fressen Fledermäuse?“ Auch hier müsse zwischen den Arten unterschieden werden, antworten die Mitarbeiter der BSG. Fisch, Reptilien, Amphibien, Vögel und natürlich Insekten stünden auf dem Speiseplan. Aber es gebe auch Vegetarier unter den Fledertieren. Die graugansgroßen Flughunde ernähren sich pflanzlich. Eine Reihe von Arten sei dadurch für die Vegetation wichtig, da sie Samen transportieren oder auch Blüten bestäuben. Vampire gebe es allerdings auch. Vampirfledermäuse ernähren sich ausschließlich vom Blut anderer Säugetiere oder Vögel. Die leben allerdings auf dem amerikanischen Kontinent. Meist ungefährlich seien alle Arten obendrein. Krankheiten übertrügen sie ähnliche wie andere Wildtier auch.

 
Am Kiessee seien unter andrerem Große Abendsegler anzutreffen. Fledermäuse und ihre Quartiere stehen unter strengem Schutz. So dürfen ihre Verstecke und Schlafplätze nicht beschädigt und die Tiere nicht verletzt werden. Nützlich seinen die heimischen Fledermäuse sowieso. So vertilgen sie auf ihren nächtlichen Jagdausflügen erhebliche Mengen an Insekten, wodurch sie eine wichtige Rolle im Ökosystem einnehmen.

 
Die Veranstaltung „zieht immer“, sagt Elser. Spannend werde es vor allem, wenn Fledermäuse wie am Kiessee gesehen und deren Laute mit Ultraschalldetektoren für den Menschen hörbar gemacht werden. Am See gibt es die Fledermaus-Nacht einmal im Jahr. Wer noch im August etwas über die Tiere und deren Schutz erfahren möchte, kann an Veranstaltungen der 19. Europäischen Fledermaus-Nacht teilnehmen.

 
Unter anderem organisiert die Heinz-Sielmann-Stiftung eine Fledermaus-Exkursion am Seeburger See. Beginn ist am 29. August um 17.30 Uhr auf dem Parkplatz Graf Isang. Infos: sielmann-stiftung.de.

Von Friedrich Schmidt

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