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Göttinger-Sieben-Denkmal: Zweiter Anlauf

Endspurt Göttinger-Sieben-Denkmal: Zweiter Anlauf

Voraussichtlich Mitte November soll das Denkmal für die Göttinger Sieben am Bahnhof übergeben werden. Seit eineinhalb Jahren wird die Schenkung heftig diskutiert. Jetzt sind Akten aufgetaucht, die Belegen, dass vor 100 Jahren schon einmal ein Denkmal für die rebellischen Professoren geplant war.

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Noch verhüllt: das Göttinger-Sieben-Denkmal.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Zurzeit lässt ein mit Planen verhüllter und eingezäunter Betonquader nur erahnen, wie das tonnenschwere und etwa vier Meter hohe Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz aussehen wird. Es ist ein Kern aus Beton, der noch mit Granitplatten aus Portugal verkleidet und mit einer Infotafel ausgestattet werden soll. Die Platten befänden sich zurzeit „in der Schlussbetrachtung“ erklärt Göttingens Verwaltungssprecher Detlef Johannson. Voraussichtlich in der 2. Oktoberhälfte werde weiter an dem Denkmal gearbeitet – zwei bis drei Wochen werde das dauern.

 
Es ist offenbar nicht der erste Anlauf für ein Denkmal für die Göttinger Sieben am Bahnhof. Das belegt eine Akte, die Rolf Lohmar, Mitarbeiter der Stadt im Göttinger Stadtarchiv, entdeckt hat. Danach  gab es in Göttingen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entsprechende Pläne. Obwohl es dafür keine offizielle Ausschreibung gab, hatten mehrere Künstler schnell ihr Interesse bekundet – darunter Paul Nisse, Schöpfer der Gänseliesel-Brunenfigur. Das erforderliche Geld sollte über einen Fonds beschafft werden, so Lohmar.

 
Aus den Plänen wurde allerdings „eine unendliche Geschichte“: Die Laufzeit der Akte reicht von 1899 bis 1929.  Die Angelegenheit verzögerte sich Jahr um Jahr, auch der Erste Weltkrieg kam dazwischen. Und am Ende reichte das Geld trotz einiger Spenden nicht aus. Die Stadt folgte stattdessen einem Vorschlag des Prorektors der Universität, Paul Althaus, aus dem Jahr 1906, neue Straßen im Ostviertel nach den Göttinger Sieben zu benennen, erklärt Lohmar.   

 
Das jetzt geplante und von der Künstlerin Christiane Möbus entworfene Denkmal ähnelt dem Sockel des Reiterstandbildes vor dem Hauptbahnhof in Hannover. Allerdings wird es keine Skulptur des Landesfürst Ernst August tragen. 

 

Stattdessen wird der Granitblock mit den Namen der rebellischen sieben Göttinger Professoren beschriftet, die 1837 gegen die Aufhebung der Verfassung und Ernst August rebelliert hatten.

 
Das Denkmal ist eine Schenkung mehrere Kunstförderer. Offiziell tritt für sie die Stiftung Niedersachsen als Schenker auf. Und es ist umstritten: Manche Kritiker stören sich an der Größe und an den Kosten. Andere kritisieren, dass sich auch die Künstlerin Möbus mit ihrem Namenszug auf den Platten verewigen will.

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20 Tonnen Granitstein warten seit Montag, 5. Oktober, auf dem Bahnhofsvorplatz darauf, zum Denkmal zusammengefügt zu werden. Eine zweite Lieferung aus Portugal wird Mitte Oktober erwartet.

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