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Mit Fingerabdruck-Scanner ins Wohnzimmer

Sechs Jahre Bürgerkoffer auf Tour Mit Fingerabdruck-Scanner ins Wohnzimmer

In Bonndorf im Schwarzwald geht die Verwaltung jetzt neue Wege: Mitarbeiter machen mit einem Bürgerkoffer Hausbesuche. Diesen Service, der nun bundesweit für Schlagzeilen sorgt, gibt es in Göttingen allerdings schon lange. Sehr lange.

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Die Mitarbeiter der Verwaltungsstellen sind vor Ort unterwegs - "wenn es gar nicht anders geht".

Quelle: Archiv

Göttingen. Angefangen habe alles bereits vor mindestens zwei Jahrzehnten, so genau lasse sich das nicht mehr zurückverfolgen, erklärt Detlef Johannson, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Seitdem jedenfalls sind Mitarbeiter der Göttinger Verwaltungsstellen vor Ort unterwegs, „wenn es gar nicht anders geht“. Das heißt: Ist ein Bürger bettlägerig oder zu gebrechlich, um ins Rathaus oder in die Verwaltungsstellen zu kommen, besuchen die Mitarbeiter diesen zu Hause. Die Voraussetzung: Die Bürger haben keine Verwandten, die das erledigen könnten. „Darauf achten wir natürlich, damit der mobile Service wirklich denen zugutekommt, die darauf objektiv angewiesen sind, und nicht denen, die vielleicht einfach nur zu bequem sind“, betont Johannson.

Der Service wurde in Göttingen vor etwa sechs Jahren sogar noch ausgeweitet. Seitdem sind die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit dem sogenannten Bürgerkoffer unterwegs. Dieser enthält eine Kamera, ein Notebook, einen Fingerabdruck-Scanner und einen Drucker. „Wir können vor Ort Meldevorgänge bearbeiten und vor allem die Antragsstellung für Ausweisdokumente. Die Antragsstellung erfolgt also mobil vor Ort mit Unterschrift (Drucker) und Erfassung der biometrischen Daten (Kamera, Scanner) – so als wäre die Person persönlich in der Meldehalle gewesen“, erklärt Johannson.

Dann geht alles seinen normalen Gang: „Sind die Dokumente da, liefern wir vor Ort auch aus“, sagt der Verwaltungssprecher. Im Einsatz sind demnach drei Koffer, einer im Bereich der Meldehalle, die anderen beiden in den Verwaltungsstellen in den Ortsteilen.

Der Service sei allerdings kein „Renner“, sagt Johannson. „Das soll er auch nicht sein, sondern eine Dienstleistung der Stadt in besonderen Notlagen.“ Ein paar Mal pro Monat seien die Koffer im Einsatz, öfter nicht. Das Angebot sei im Übrigen keine Göttinger Erfindung, sagt Johannson – „obwohl wir unsere Koffer selbst entworfen haben“ –, sondern vermutlich Standard in vielen deutschen Kommunen. Die Bundesdruckerei biete solche Koffer sogar zum Kauf an.

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