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Vorräte für den Notfall

Einschätzungen zum Zivilschutzkonzept Vorräte für den Notfall

Das Bundeskabinett will am Mittwoch Notfallempfehlungen im „Konzept Zivile Verteidigung“ beschließen. Die Bürger werden darin aufgefordert, Vorräte mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Bargeld und Energie anzulegen. Göttinger Stadtverwaltung, Landkreis und Technisches Hilfswerk (THW) geben dazu erste Einschätzungen.

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Im Katastrophenfall muss die empfohlene Menge von zwei Litern Wasser pro Person und Tag vorgehalten werden.

Quelle: Franke

Göttingen. Göttingen. Das Bundeskabinett will am Mittwoch Notfallempfehlungen im „Konzept Zivile Verteidigung“ beschließen. Die Bürger werden darin aufgefordert, Vorräte mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Bargeld und Energie anzulegen. Göttinger Stadtverwaltung, Landkreis und Technisches Hilfswerk (THW) geben dazu erste Einschätzungen.

In dem Schutzkonzept für Krisen soll die Bürger für einen Zeitraum von zehn Tagen zum Selbstschutz fähig sein. Dem Katastrophenschutzplan der Stadt Göttingen zufolge sind die auslösenden Elemente eines Großschadensfalles oder einer Katastrophe insbesondere technische Defekte und Schäden, Ausfall kritischer Infrastrukturen, menschliches Versagen, kriminelle Handlungen, Naturereignisse, Sabotage, Terroranschläge und Waffenwirkung. „Wenn wir im Stadtgebiet eine Schadenslage haben, der wir allein nicht Herr werden, dann wird der Katastrophenfall ausgerufen“, sagte der Pressesprecher der Stadtverwaltung Göttingen, Detlef Johannson. Abwehrmaßnahmen umfassen unter anderem die Begrenzung der Gefahren durch gefährliche Stoffe, die Bekämpfung von Großbränden und die Sicherstellung der Versorgung. „Die Verhaltenempfehlungen der Stadt sind immer abhängig von der Art der Katastrophe“, so Johannson. Ihm ist aus der jüngeren Geschichte Göttingens kein Katastrophenfall in Göttingen bekannt. Die Empfehlungen der Bundesregierung kommentierte der Pressesprecher nicht, sagte allerdings, dass es kaum schaden kann, rechtzeitig Vorsorge zu treffen.

Laut Ulrich Lottmann, Sprecher der Kreisverwaltung Göttingen, tritt ein Katastrophenfall ein, wenn der Landkreis ihn durch den Landrat ausruft. „Den letzten Katastrophenfall im Kreis gab es um den 3. oder 4. Juni 1981 durch Hochwasser unter anderem in Hann. Münden“, teilte er mit. Zur Trinkwasser- und Nahrungsversorgung und der Empfehlung des Bundeskabinetts konnte der Landkreis am Dienstag noch keine Stellung beziehen.

„Ich finde die Empfehlung nicht abwegig“, sagt Axel Rentschka des THW-Ortsverbands Göttingen. Er hält es für sinnvoll, darüber nachzudenken, was an Mengen für den einzelnen Haushalt benötigt wird. Die Empfehlungen zur Bevorratung seien allerdings nicht neu: Die gebe es seit langem auf der Homepage des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zum Herunterladen, sagt Rentschka. Die empfohlene Menge von zwei Litern Trinkwasser pro Person und Tag decke jedoch nur den absolut notwendigen Trinkwasserbedarf: „Das THW rechnet bei Trinkwasseraufbereitungseinsätzen mit 15 Litern pro Person, also auch mit Wasser für die Körperhygiene“, erklärt Rentschka. Das Göttinger THW verfügt über eine Anlage, mit der 15 000 Liter pro Stunde im Dauerbetrieb aufbereitet werden können.

Konzeption zivile Verteidigung

Die Bundesregierung empfiehlt folgenden Grundvorrat für 14 Tage pro Person: 28 Liter Wasser und Säfte, 4,9 Kilogramm Brot, Kartoffeln, Nudeln, 5,6 Kilogramm Gemüse, 3,6 Kilogramm Obst und Nüsse, 3,7 Kilogramm Milch und Milchprodukte, 2,1 Kilogramm Fisch, Fleisch, Eier, Eipulver, 0,5 Kilogramm Fett und eine beliebige Menge Zucker, Aufschnitt, Fertiggerichte in Konserven oder Tüten, Mehl, Kekse und Salzstangen. Der Grundvorrat entspricht 2200 Kilokalorien am Tag. Außerdem sollten vorhanden sein: Verbandskasten, verordnete Medikamente, Schmerzmittel, Fieberthermometer, Mittel gegen Durchfall. Auch an Hygieneartikel wie Seife und Toilettenpapier sollte gedacht werden. Noch dazu werden Kerzen, Steichhölzer, Batterien, ein Radio und Decken unter anderem empfohlen.aa

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