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Der olympische Gedanke zählt

Göttinger Team bei Special Olympics Der olympische Gedanke zählt

Mit viel Ehrgeiz und Teamgeist fahren die sieben Mitglieder der Boccia-Mannschaft des Göttinger Wohnheims am Leinekanal der Diakonie Christophorus am Montag zu den Special Olympics in Hannover. Bereits zum dritten Mal hat sich die Mannschaft für die nationalen Spiele qualifiziert.

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Claudia Joseph, Steffen Fischer, Bettina Bitsch, Ramona Kather, Sarah Reichenberg, Alexander Schulze, und Jens Lischkowitz fahren zu den Special Olympics.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Im Wohnheim am Leinekanal wohnen 23 Menschen mit leichter geistiger Behinderung. Davon bilden sieben Bewohner eine Boccia-Gruppe, die seit 2011 erfolgreich an den Special Olympics, einer Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung, teilnimmt. Die Mannschaft gewann 2014 in Düsseldorf die Goldmedaille.

Auch in Einzelkämpfen verbuchten die Bewohner des Wohnheims Erfolge. Steffen Fischer gewann 2012 in München die Goldmedaille. Seine Team-Kameradin Ramona Kather erhielt 2014 in Düsseldorf die Silbermedaille. Jens Lischkowitz holte sich 2014 in Düsseldorf die Goldmedaille. „Die Atmosphäre dort ist eine ganz freundliche und offene. Es ist im Sinne der Teilnehmer eine gute Sache“, sagt Lischkowitz.

Die Boccia-Mannschaft besteht seit 2008. Der Wohngruppenleiter Dirk Röse baute die Gruppe mit seinen Kollegen auf und hatte die Idee, an den Special Olympics teilzunehmen. Ihm sei es ein besonderes Anliegen, dass die Bewohner mit Spaß am Sport Verlässlichkeit und Ehrgeiz lernen, so Röse. „Als wir gemerkt haben, wie viel Spaß Boccia macht, haben wir angefangen, das Ganze über Special Olympics Deutschland zu organisieren“, erklärt Röse. „Wir trainieren einmal in der Woche. Die Regelmäßigkeit ist wichtig für den Erfolg. Unsere Sportler lernen, dass sich Konzentration, Training und Schweiß lohnen. Wer sich anstrengt, hat Erfolg. Sie lernen aber auch mit Niederlagen umzugehen. Das Prinzip der Normalisierung ist wichtig für sie“, so Röse. Auch für das Selbstwertgefühl der Sportler sei die Veranstaltung wichtig.

Die Mannschaft hat sich ein Motto ausgedacht. Unter dem Titel „Lass die Kugel rollen“ gehen die sieben Athleten am 6. Juni hochmotiviert und gut gelaunt an den Start. “Der olympische Gedanke ist für mich ganz wichtig. Es wäre schön zu gewinnen, aber zu verlieren, wäre auch nicht so schlimm“, meint Lischkowitz. Der Wohngruppenleiter Röse und die Mannschaftsmitglieder sind stolz auf ihren Erfolg, sich qualifiziert zu haben, und freuen sich auf den Wettkampf in Hannover. „Wir sind gut vorbereitet. Wir müssen uns nicht verstecken, da wir eine wirklich starke Mannschaft haben“, sagt Röse. aa

Special Olympics

Die Special Olympics sind eine Sportveranstaltung mit dem Ziel, Menschen mit geistiger Behinderung durch Sport zu mehr Anerkennung zu verhelfen. Rund 5000 Athleten nehmen teil. Am Montag, 6. Juni, werden die zehnten nationalen Sommerspiele eröffnet. Mehr als 100 Mitarbeiter des Energie- und Automatisierungstechnikkonzerns Asea Brown Boveri (ABB) unterstützen die Athleten als freiwillige Helfer.

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