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Göttinger Telefonseelsorge feiert 40-Jähriges

Worte können Wege werden Göttinger Telefonseelsorge feiert 40-Jähriges

Wenn bei der Göttinger Telefonseelsorge das Telefon klingelt, geht es oft um Krankheiten, Ängste oder Depressionen. Seit 40 Jahren sind rund 60 ehrenamtliche Mitarbeiter für Hilfesuchende da, indem sie zuhören: Das wurde jetzt gefeiert.

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Quelle: Archivfoto

Göttingen. Die Göttinger Telefonseelsorge ist jeden Tag rund um die Uhr erreichbar, sie bildet mit ihrem Angebot ein psycho-soziales Netz innerhalb der Region. Das betonte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei den Feierlichkeiten im Alten Rathaus zum 40-jährigen Bestehen am Donnerstagabend: „Niemand soll allein gelassen sein, wenn er Rat und Unterstützung braucht.“ Er wies auf die Bedeutung des persönlichen Dialogs hin, „auch in Zeiten des Twitterns, Chattens und Postens.“ 

Rosemarie Gajda, Vereinsvorsitzende der Göttinger Telefonseelsorge, erzählte Anekdoten aus der Gründungszeit, Pastor Uwe Hobuß hielt als Leiter eine Andacht. Susanne Kruse-Jost, Oberkirchenrätin der Landeskirche Hannover, sprach über die Vielfalt der Lebenserfahrungen, die von den Mitarbeitern eingebracht werden, und Friedrich Selter, Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen, betonte die spirituelle Dimension der Arbeit als Telefonseelsorger.

Christian Kohl, der die Dienststelle der Telefonseelsorge in Braunschweig leitet, erwähnte neben viel Lob auch neue Dialogformen wie E-Mail und Chat, die bei der Telefonseelsorge zukünftig stärker berücksichtigt werden müssten. Die Feierlichkeiten wurden vom Kaz-Chor des Göttinger Kultur- und Aktionszentrums unter der Leitung von Joachim Böse musikalisch umrahmt.

Videosequenzen, in denen typische Anrufsituationen und Gespräche nachempfunden wurden, präsentierte Hannelore Ehrenreich vom Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin bei ihrer Festrede. Außerdem wies die Psychiaterin und Medizinerin auf die Wirkung eines Anrufs für die Hilfesuchenden hin: „Wer ein Problem in Worte fasst, sieht klarer.“ Und: „Aus Worten können Wege werden.“ 

Von Katrin Westphal

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