Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Göttinger Umweltschützer protestieren gegen Hapag-Lloyd

Aktion vor Reisebüro Göttinger Umweltschützer protestieren gegen Hapag-Lloyd

Eine handvoll Umweltschützer der Göttinger Anti-Atominitiative und von Robin Wood haben am Sonnabend vor dem Hapag-Lloyd-Reisebüro in der Barfüßerstraße gegen Atomtransporte demonstriert. Mit einem gelben Schlauchboot, symbolischen Atomfässer und Flugblättern für Passanten wollten sie darauf aufmerksam machen, dass die Hamburger Reederei Hapag Lloyd mit ihren Frachtern Stoffe transportiert, die als Brennstoff in Atomkraftwerken eingesetzt werden.

Voriger Artikel
Dransfelder Drakula-Verein droht die Auflösung
Nächster Artikel
Viel Lob, wenig Kritik: Neujahrsempfang in der Mehrzweckhalle Holtensen

Umweltschützer protestieren vor dem Hapag-Lloyd-Reisebüro in Göttingen.

Quelle: Brakemeier

Göttingen. „Der Hamburger Hafen ist der einzige deutsche Umschlagsplatz für Uranoxide“, beschreibt Daniel Hornung von der Initiative. Hier würde der Stoff aus Minen etwa in Namibia oder ehemaliger GUS-Staaten umgeschlagen und per Zug oder Lkw weiter in Fabriken nach Gronau oder Lingen transportiert, wo das Uran zu Brennelementen für Atomkraftwerke in Deutschland und Europa weiter verarbeitet werde. Hornung verweist auf die Hansestadt Bremen, die sich „zumindest auf dem Papier“ gegen Atomtransporte ausgesprochen hat. Vor drei Jahren hatte Bremens Bürgerschaft eine entsprechende Änderung des Hafenbetriebsgesetzes mit Zweidrittelmehrheit beschlossen.
„Atomtransporte sind gefährlich und dienen allein dem Weiterbetrieb von Atomkraftwerken“, argumentieren die Aktivisten und fordern Hapag-Lloyd auf, die Transporte zu stoppen.
Hornung erinnerte an den Brand des Frachters Atlantic Cartier. Der war im Mai 2013 im Hamburger Hafen in Brand geraten. An Bord des Schiffes befanden sich neben  180 Tonnen leicht entzündlichem Ethanol und vier Tonnen Munition auch  20 Tonnen radioaktives Material, davon rund neun Tonnen des gefährlichen Uranhexaflourid. Es ist aggressiv, giftig und radioaktiv.

Hapag-Lloyd-Sprecher Rainer Horn sagte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, dass die transportierten Stoffe Urankonzentrat und Uranhexafluorid nur eine sehr geringe Strahlung aufwiesen. Wegen ihrer festen Konsistenz könnten sie beim Transport nicht auslaufen oder explodieren. Das Unternehmen verfüge zudem über eine „große Erfahrung“ mit Gefahrgut. „Unsere internen Sicherheitsvorgaben gehen teilweise über nationale und internationale Regeln und Gesetze hinaus.

Bundesweit gab es am Sonnabend Proteste in zehn Städten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung