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Göttinger Uniklinik baut neues MRT-Forschungsgebäude

„Bewegen uns im Millimeterbereich“ Göttinger Uniklinik baut neues MRT-Forschungsgebäude

Es erinnert irgendwie an Legosteine: eines wie das andere, eins-zwei-drei aneinander gesteckt, und schon ist das Haus fertig. Klingt so einfach, und sieht tatsächlich auch so einfach aus, wenn an der Göttinger Universitätsklinik für vier Millionen Euro ein neues MRT-Gebäude für Patientenuntersuchungen und Forschungszwecke gebaut wird.

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Logistische Herausforderung: Mit zwei Kränen werden die Module vom Tieflader zum Baufeld gehoben.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Statt Legosteinen schweben seit Mittwochmorgen allerdings 20 bis 30 Tonnen schwere Container am Kranseil ein. 16 Stück, die am Ende ein komplettes Gebäude bilden – mit Fenstern, Türen, Laborräumen und Ärztezimmern.

„Es ist nicht das größte Projekt, aber ein sehr bedeutendes“, sagt Sebastian Freytag, Vorstand Wirtschaftsführung und Administration der Universitätsmedizin. Eines von vielen Bauprojekten, mit denen das Klinikum nach etwa 40 Jahren Stillstand in den kommenden Jahren umgebaut, modernisiert und erweitert wird.

Und es ist ein ungewöhnliches Bauprojekt. Das 781 Quadratmeter große ebenerdige Haus am Osteingang des Klinikums wird nicht gemauert oder aus Beton gegossen. Es entsteht aus 16 Modulen, die von einer Spezialfirma bei Nürnberg gefertigt, als Schwertransport  mit Polizeibegleitung angeliefert und in Göttingen zusammengesetzt werden.

Neubau MRT-Forschungsgebäude: Anlieferung und Aufbau von 16 tonnenschweren Containermodulen © Hinzmann

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„Dabei bewegen wir uns im Millimeterbereich“, sagt Montageleiter Helmut Geyer. Eine Millimetermontage, die er und seine Kollegen mit ruhigen, aber genauen Funk-Anweisungen an den Kranführer und dann mit einfachen Brechstangen erledigen, wenn zwei Module nicht exakt aneinander auf dem Fundament stehen.

Die Container sind bereits komplett ausgestattet mit Tapeten, Steckdosen und Toiletten. Nur Strom- und Wasser-Anschlüsse fehlen – und Möbel. Das Klinikum habe sich bewusst für diese Modulbauweise entschieden, erklärt Klaus Fricke, Leiter des Gebäudemanagements: „Das geht schneller und wir sparen Geld.“

Und es sei vor allem leiser als eine klassische Baustelle, fügt er an. Denn das Gebäude steht unweit der Kinderklinik, die Patienten dort sollten so wenig wie möglich gestört werden.

„In der zweiten Maihälfte wollen wir mit dem Betrieb beginnen, im Juni wollen wir die ersten Patienten behandeln“, sagt Freytag. 

Kernstück des Gebäudes werden dann zwei neue Magnetresonanztomografie-Geräte (MRT) für weitere 2,8 Millionen Euro sein: eines in erster Linie für die Krankenversorgung, das zweite im Bereich Herzmedizin vor allem für Forschung und Lehre. Die MRT-Geräte werden später durch das abnehmbare Dach auf eigenen Fundamenten platziert – ebenfalls per Kran.

Ihr Transport und Einbau dürfte dann leichter sein als die jetzige Gebäudemontage. Fundamente, der Transport auf 30 Meter langen Tiefladern und die Montage der unterschiedlichen Module in einer ganz bestimmten Reihenfolge erfolgen nach einer „ausgeklügelten Logistik“, so Klinikumssprecher Stefan Weller. Die drohte am Mittwoch fast zu platzen.

Zwei von acht Transportern mussten am frühen Morgen am Heidkopftunnel zunächst wegen Nebels und Eis stoppen. Dann durften sie wegen einer Baustelle auf dem Göttinger Autobahnzubringer zunächst nicht weiterfahren, bis die Polizei schließlich doch grünes Licht gab. Acht weitere Module werden heute geliefert und – fast wie Legosteine – aufs Fundament gesteckt.

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