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Mobile Rampen aufbauen, um Barrieren abzubauen

Projekt Stadtrampe Mobile Rampen aufbauen, um Barrieren abzubauen

In der Innenstadt sollen mittels mobiler Rampen Barrieren abgebaut und Rollstuhlfahrern der Zugang zu Geschäften erleichtert werden. Dieses Ziel verfolgt der Göttinger Unternehmer Jonas Morgenroth mit dem Projekt Stadtrampe.

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Jonas Morgenroth freut sich, dass das Projekt Stadtrampe jetzt in die Umsetzung geht.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Der Geschäftsführer der Göttinger Firma Steinbock Technik, selbst Rollstuhlfahrer, kennt die Situation: Viele Geschäfte, Praxen und Einrichtungen seien wegen einer oder zwei Stufen nicht erreichbar, der Rollstuhlfahrer ausgeschlossen. Daher hat er im Rahmen des Modellprojektes „Inklusion Bewegen“ von Stadt, Landkreis und Göttinger Werkstätten das Konzept für die Stadtrampe initiiert.

Dabei handelt es sich um mobile Rampen aus Aluminium, die bei Bedarf an die Stufen des Ladens gelegt werden können. Das ermöglicht dem Rollstuhlfahrer Zugang zum Geschäft. Die Rampen sind zwischen 0,6 und 1,5 Meter breit und 0,9 bis 1,2 Meter lang - je nach Höhe und Anzahl der Stufenbarriere, die überwunden werden soll.

Seine Firma fand dafür Unterstützung bei Pro City, dem Geographischen Institut der Universität Göttingen, dem Verein Selbsthilfe Körperbehinderter sowie der Sparkasse Göttingen. Wie Morgenroth jetzt mitteilt, hätten in den vergangenen Monaten Studierende mehr als 1000 Geschäftseingänge in der Göttinger Innenstadt ausgemessen und dabei Türbreiten, Stufenhöhen, Bordsteinbreiten und weitere Daten erfasst.

Die Auswertung der Daten habe laut Morgenroth ergeben, dass die Stadtrampen, die seine Firma über ein Partnerunternehmen herstellen lasse, für fast 230 Geschäfte und Institutionen in Frage komme. Würden alle eine Rampe kaufen, sagt Morgenroth, könnten etwa 40 Prozent der Barrieren innerhalb des Göttinger Walls reduziert werden. Die Kosten für eine solche mobile Rampe gibt er mit etwa 200 Euro an.

Da es sich um mobile Rampen handelt, die nach Betreten und Verlassen des Rollstuhlfahrers wieder entfernt werden, sind dafür offenbar auch keine besonderen Vorschriften zu beachten, wie das etwa bei dauernd vor dem Geschäft ausgelegten Fußmatten der Fall wäre. Das Projekt Stadtrampe werde vielmehr als „weiterer Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Stadt“ unterstützt, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. „Wenn Menschen mit Behinderung durch die City-Rampe der Zugang zu Göttinger Geschäften erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht wird, ist das nur zu begrüßen.“

Auch Pro-City-Geschäftsführerin Frederike Breyer sieht in der Stadtrampe „eine tolle Möglichkeit“, die Stadt weiter barrierefrei zu machen. Pro City unterstütze die Aktion.Geschäfte, die sich eine Rampe anschaffen, können sich durch einen Stadtrampe-Aufkleber im Eingangsbereich dem Rollstuhlfahrer zu erkennen geben. Laut Breyer bekomme Pro City bereits positives Feedback. Morgenroth hofft, dass die „werbewirksame Reduzierung von Barrieren“ auch die Stadtgrenzen hinaus als Vorbild dient.

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Von Redakteur Britta Eichner-Ramm

Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen