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Göttinger Verbindungen Ziel von Übergriffen

Studie Göttinger Verbindungen Ziel von Übergriffen

Nirgends gibt es mehr Übergriffe auf Studentenverbindungen als in Göttingen: Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie, die vom Convent deutscher Akademikerverbände (CDA) in Auftrag gegeben wurde. Fast jede fünfte der mehr als hundert in Deutschland gelisteten Übergriffe auf Verbindungsstudenten und deren Häuser im vergangenen Jahr ereignete sich demnach in Göttingen.

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Quelle: Heller

Die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Straftaten liege deutlich höher, sagt der Historiker Frank Grobe, selbst Mitglied der Burschenschaft Teutonia Aachen, der die Studie für den CDA angefertigt hat. 18 Fälle werden für Göttingen angeführt, darunter Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Meist seien die Verbindungshäuser Ziel von Attacken mit Farbbeuteln oder faulen Eiern gewesen. In einem der aufgeführten Fälle sei eine Göttinger Studentenverbindung während einer Stadtführung von „einer Gruppe Linker“ angegriffen worden. Die Verbindungsstudenten habe man aufgefordert, ihre Bänder abzunehmen. Auch die Stadtführerin sei angegriffen worden, „obwohl sie klar als solche zu erkennen war“. In diesem wie in anderen Fällen sei aber von einer Anzeige bei der Polizei abgesehen worden. Der Schaden belaufe sich in Einzelfällen auf bis zu 10 000 Euro. So wurde zum Beispiel eine Hausfassade mit Farbe aus einem Feuerlöscher besprüht.

Die Göttinger Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr durchschnittlich etwa einen derart gelagerter Fälle pro Monat. Dabei handele es sich fast ausschließlich um Sachbeschädigungen wie Farbbeutelwürfe und Parolenschmierereien. „In zwei Fällen sind Papiercontainer in Brand gesetzt worden, in einem Fall handelte es sich um ein Körperverletzungsdelikt zum Nachteil eines Burschenschaftsangehörigen“, so Polizei-Sprecher Joachim Lüther. Lüther betont, dass die Polizei die aus dem linken Spektrum bestehenden Gefährdungen der Burschenschaften ernst nehme: „Alle einschlägigen Delikte zum Nachteil von Burschenschaften werden durch spezialisierte Kräfte des polizeilichen Staatsschutzes bearbeitet.“

Die CDA-Studie wurde in überregionalen Medien wie der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung besprochen. Das Göttinger Basisdemokratische Bündnis kritisiert den Umgang der Medien mit dem Thema als „unerträglich“. „Es wird der Eindruck vermittelt, dass studentische Verbindungen einer Hexenjagd seitens aktiver Antifaschistinnen und Antifaschisten ausgesetzt wären.“ Das Gegenteil sei der Fall.

Von Lukas Breitenbach

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