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Göttinger Verein „Eltern für ein Regionales Integrationskonzept – Erik“

Passt trotz Handicap Göttinger Verein „Eltern für ein Regionales Integrationskonzept – Erik“

Die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in den Ersten Arbeitsmarkt hat sich der Göttinger Verein „Eltern für ein Regionales Integrationskonzept – Erik“ auf die Fahnen geschrieben. Tim Henke ist einer der ersten, die von dem Projekt profitieren.

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Tim Henke bei der Arbeit im Biohaus.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Er ist  Praktikant im Biohaus in der Göttinger Benzstraße. Um 12 Uhr ist er gerade mit der Arbeit fertig. Er hat neue Ware einsortiert.

Einräumen, packen und Ordnung schaffen sind die Aufgaben, die seine Arbeit ausmachen. Drei bis vier Stunden macht er das täglich. Wenn mehr zu tun ist, bleibt er länger. Seit etwa einem halben Jahr gehört der 22-Jährige mit Trisomie 21 zum Team mit drei Vollzeitkräften und fünf Aushilfen.

Seit Tim mit 19 Jahren aus der Montessori-Schule kam, hat er erste berufliche Erfahrung in unterschiedlichen Praktika gesammelt. Das große Ziel: Er soll eine Stelle auf dem Ersten Arbeitsmarkt finden. Das sei nur zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) möglich, sagt sein Vater Jochen Henke.

Er ist Vorsitzender des Vereins Erik. Schon in der Schulzeit müsse man mit der Arbeit an der persönlichen Zukunftsplanung beginnen. Es gelte, herauszufinden, was die jungen Leute wollten, um sie möglichst effektiv dabei zu unterstützen. „Erst platzieren, dann qualifizieren“ nennt Jochen Henke ein wichtiges Prinzip. Erst allmählich stelle sich heraus, wie das Arbeitsfeld des behinderten Menschen sinnvoll erweitert werden könne.

Eng betreut werden die Heranwachsenden von einem Job-Coach, der sie bei ihren neuen Aufgaben begleitet. Er vermittelt zwischen der Leitung des Betriebs, dem Team und dem Praktikanten. Wenn der wegen seiner Beeinträchtigung die Aufgaben doch nicht allein bewältigt, bleibt die Arbeit mit personeller Unterstützung (Arbeitsassistenz). Bleibt die Arbeitsleistung des behinderten Menschen weit unter Durchschnitt, zahlt das Integrationsamt einen Minderleistungsausgleich und übernimmt damit anteilig die Lohnkosten für ihn.

Mit dem Internationalen Bund Göttingen (IB) als Dienstleister in den Bereichen der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit habe Erik den idealen Partner für das „Pilotprojekt“ gefunden, sagt Jochen Henke.  „Unsere Herzen schlagen gleich.“ Und doch klappt nicht immer alles: Zwei von den fünf ersten Praktikanten hätten aufgegeben, erzählt er.

Geeignet für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen seien kleine und mittlere Unternehmen. „Es passt hier rein, sich um Menschen mit Behinderungen  zu kümmern“, sagt der Chef vom Biohaus, Thomas Schnabel.  Anfangs sei Tim sehr zurückhaltend gewesen, nun werde er immer souveräner, seine Arbeitszeit soll schrittweise verlängert werden.

Gute Erfahrungen macht auch das Team im Westeröder Zentrum für Gesundheit, Fitness und Entspannung Kukphysio mit der Beschäftigung eines Menschen mit Behinderungen: Wie Tim Henke hat Nikolas Heim (26) Trisomie 21. Zu seinen Aufgaben gehören Sortierarbeiten im Büro, er hilft bei der Wäsche und erledigt Hausmeisterarbeiten.

Von den etwa 30 Mitarbeitern und den Patienten werde er als Teil des Teams aufgenommen, ist aus der Geschäftsleitung mit Hubert Kunze und Christian Krone zu erfahren. Wie Schnabel können sie sich vorstellen, auch weiterhin Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Mehr Informationen im Internet unter erikweb.de

Von Ute Lawrenz

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