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Gefährdete Schildkröten und extreme Armut

Klimaschutzprojekt in Honduras Gefährdete Schildkröten und extreme Armut

„Honduras ist das zweitärmste Land Mittelamerikas“, sagt Herbert Dohlen von der Göttinger Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft (Gespa). Ein Grund für die Umweltorganisation, dort ein Klimaschutzprojekt zu starten, das vom Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird.

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Die jungen Schildkröten werden nach der Aufzucht in einem Areal der Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft (Gespa) in Honduras wieder freigelassen.

Quelle: r

Göttingen. 800.000 Euro investiert das BMZ in das im Januar 2017 beginnende, drei Jahre andauernde Projekt im Dreiländereck Nicaragua-Honduras-El Salvador - genauer: im Mangrovengürtel des Golfo de Fonseco an der Pazifikküste. Die ehrenamtliche Gespa steuert 90.000 Euro bei. „Wir finanzieren das durch Spenden und eine Initiative“, sagt Dohlen. Dazu gehöre unter anderem die Möglichkeit, eine Patenschaft für junge Meeresschildkröten zu übernehmen.

„Ein Teil des Projektes ist der Tierartenschutz“, erklärt Dohlen. Die Eier der Schildkröten sind bei Händlern beliebt, da sie sich gut verkaufen lassen. Dem hat die Gespa in einem vorherigen Projekt entgegengewirkt, indem sie Aufzuchtareale für die gefährdeten Tiere aufgebaut hat, die ausgeweitet werden sollen.

Weiterhin sei der soziale Bereich ein Arbeitsschwerpunkt, so Dohlen. Die Armut der Menschen in der Region, die vor allem vom Fischfang leben, solle bekämpft werden - durch die Verbesserung von Umwelt- und Lebensbedingungen. Als Beispiel aus dem vorherigen Projekt nennt Dohlen die Installation von Öko-Lehmöfen und Zinkdächern. „Es war erschreckend, wie dankbar eine Frau war, ein Dach über dem Kopf zu haben“, sagt Dohlen. Sonst nutzen die Menschen Plastikplanen als Regenschutz.

Auch der Bau eines Bildungs- und Forschungszentrums gehört zu dem Projekt, das vor allem von der honduranischen Partnerorganisation der Gespa namens „CODEFFAGOLF“ ausgeführt wird. Die Gespa hat keine Mitarbeiter in Honduras, sie verwaltet das Projekt von Deutschland aus. „Ein- bis zweimal im Jahr fliege ich nach Honduras“, sagt Dohlen.

„Mit dem Zentrum wollen wir die Maßnahmen wissenschaftlich begleiten.“ Das Zentrum werde mit einer Universität und regionalen wie internationalen Wissenschaftlern arbeiten. „Das ist das erste Zentrum dieser Art in Honduras“, so Dohlen.

Auch in Deutschland könnte die Gespa von dem Projekt profitieren. Man werde dieses fotografisch und mit Videos begleiten - mithilfe lokaler Produktionsfirmen - und das Material dann online stellen. Die Ergebnisse sollen auch dazu genutzt werden, Menschen in Deutschland über Honduras und die Verhältnisse dort zu informieren.

Die Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft (Gespa)

Seit siebzehn Jahren besteht die Gespa nun als international tätige, gemeinnützige Organisation – mit Sitz in der Göttinger Innenstadt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter setzen sich vor allem für Umwelt- und Entwicklungsprojekte ein. Ein weiterer Schwerpunkt der Organisation liegt im Medienbereich. „Wir erstellen beispielsweise bundesweit Videoproduktionen zur biologischen Vielfalt“, sagt Herbert Dohlen von der Gespa. Aber auch internationale Medienprojekte, die sich Nachhaltigkeitsaspekten in sozialen und ökologischen Themenbereichen widmen, realisiert die Organisation. Dafür wurde sie bereits mehrfach vom Deutschen Nachhaltigkeitsrat mit dem Qualitätslabel Werkstatt-N ausgezeichnet.

Schwerpunktländer der Entwicklungszusammenarbeit der Gespa sind neben Honduras unter anderem Nicaragua und Chile. Aber auch zu den Klimaauswirkungen in Vietnam arbeitet die Gespa zurzeit. In diesem ebenfalls vom Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), einem Hauptförderer der Organisation, geförderten Projekt erarbeiten Jugendliche eine multimediale Ausstellung. Diese wird ab 2017 für Bildungsinstutionen, Kommunen und andere Einrichtungen zugänglich sein. Damit und mit dem dreijährigen Projekt in Honduras legt der Umweltverein auch einen großen Schwerpunkt seiner Arbeit auf den Klimaschutz. hsc

Mehr Informationen zur Gespa im Internet: www.gespa.de

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Von Redakteur Hannah Scheiwe

Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen