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Göttinger Verwaltung will Landschaftsbild hervorheben

Streit um Zonen für Windräder Göttinger Verwaltung will Landschaftsbild hervorheben

Der Protestwind weht weiterhin scharf gegen Windräder auf Göttinger Stadtgebiet. Daran ändert auch ein ganz neues Verfahren nichts, mit dem die Stadtverwaltung mögliche Standorte suchen und ausweisen will: mit einer sogenannten Zonierung, bei der mögliche Einflüsse auf das Landschaftsbild stärker in den Fokus rücken würden.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Im Umweltausschuss des Rates haben jetzt nicht nur Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Esebeck“ gegen den neuen Entscheidungsweg protestiert, sondern auch Fraktionsmitglieder der SPD und CDU/FDP-Gruppe. Die Grünen sind nicht abgeneigt, der Klimaschutzbeirat der Stadt empfiehlt sogar „dringend zuzustimmen“.

Alle Gemeinden in Deutschland müssen potenzielle Windradstandorte ausweisen. Bisher wollte die Stadt Göttingen über einen Teilnutzungsflächenplan geeignete Areale bestimmen. Schon dabei gab es von Bürgern und Initiativen wie „Pro Esebeck“ und von Politikern scharfe Kritik. Jetzt will die Verwaltung Zonen ausweisen, in denen Windräder gebaut werden könnten.

Das Verfahren sei einfacher. Dabei werde auch untersucht, ob und wie stark Windräder am jeweiligen Standort das Landschaftsbild beeinträchtigen. Und es könnten Mindestabstände zu Wohnhäusern von vornherein festgelegt werden, warb Stadtbaurat Thomas Dienberg im Ausschuss. Außerdem könne sich die Verwaltung mehrere teure Gutachten ersparen - unter anderem zum Schutz bedrohter Arten. Diese seien erst dann erforderlich, wenn tatsächlich ein Investor auf einer ausgewiesenen Flächen bauen will - auf seine Kosten.

Gerade das aber erzürnt Umweltschützer und Bürgerinitiativen. „Damit fällt der Artenschutz zu Gunsten der Landschaftsbildprüfung runter“, protestierte für die Umweltverbände Hans-Günter Joger. Nachweislich lebten zum Beispiel Rotmilane in den Bereichen, die als Zonen in Frage kommen. Damit wäre es müßig, die Flächen jetzt auszuweisen. Dienberg sieht das anders: „Wir wissen doch gar nicht, ob der Rotmilan in ein paar Jahren immer noch dort nistet oder vielleicht in ein anderes Windradgebiet gezogen ist.“

Für die Grünen hingegen hat die vorgeschlagene Zonierung „Charme“, gerade weil sie erst einmal das Landschaftsbild in den Vordergrund rückt und Artenschutzprüfungen dann vom Investor vorgelegt werden müssen. Die SPD lehnt die Zonierung ab, weil es noch keine konkreten Vorgaben vom Land für Windradstandorte gibt - zum Beispiel zu Abständen. Die CDU/FDP sieht gar keinen Handlungsbedarf. Sie bezweifelt, dass ein Windradbauer einen Standort gerichtlich durchsetzen werde, wenn die Stadt keine Flächen ausweist. Eine Entscheidung über das Zonierungsverfahren hat der Ausschuss am Ende allerdings vertagt.

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Von Redakteur Ulrich Schubert

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