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Göttinger Weltladen steht vor dem Aus

Verein gehen die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus Göttinger Weltladen steht vor dem Aus

Fairer Handel, menschenwürdige Arbeitsverhältnisse und bewusstes Konsumverhalten - dafür setzt sich das Göttinger Weltladencafé seit Jahren ein. Doch braucht Engagement auch Gegenengagement. Und das fehlt dem Weltladen zunehmend.

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Robert Buchmann hofft auf neue Mitstreiter im Projekt Weltladen.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Betrieben wird das Café überwiegend durch ehrenamtliche Hilfe von Studenten. Die bleiben seit der Bolognareform jedoch weg, meint Robert Buchmann vom Weltladencafé. Die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge habe zu einer Verdichtung des Studiums geführt und lasse den Studenten weniger freie Zeit, erklärt Buchmann weiter.

Seitdem kämpfen die verbliebenen fünf, von anfänglich mehr als 30 Helfern, mit den Öffnungszeiten. Offiziell geöffnet ist der Laden von Montag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr und Sonnabend, 10 bis 16 Uhr. Regelmäßige Öffnungszeiten könne man jedoch nicht mehr garantieren: „Wenn das so weiter geht, ist Anfang nächsten Jahres Schluss“, kündigt Buchmann an.

Bereits seit zehn Jahren gibt es den Laden an der Nikolaistraße, den Verein selbst seit 40 Jahren. Bis vor zwei Jahren engagierte sich der Weltladen noch in Schulen, hielt Vorträge über ethisch korrekten Konsum, fairen Handel und er versuchte, in Tandem-Projekten Flüchtlinge in die Arbeit des Cafés zu integrieren. „Dafür fehlt uns jetzt aber das Personal“, sagt Buchmann.

Das Café selbst gilt auch als beliebter Treff für Vereine und kann gemietet werden. Neben mehr als 20 Sorten Kaffee aus mehr als acht Anbaugebieten verkauft der Weltladen auch Bio-Lebensmittel aus fairem Anbau, Kunsthandwerke und Klamotten aus ökologischem Anbau. Auch Buchmann selbst ist zu 100 Prozent „fair gekleidet“ wie er erzählt. Wenn er nicht im Weltladencafé hilft, ist der junge Familienvater als Sozialpädagoge unterwegs. Den „Fairtrade-Trend“ in den Großsupermärkten sieht er kritisch. Die eigentliche Idee hinter dem Fairtrade werde verkannt. Nicht der faire Handel, sondern der Profit durch Fairtrade-Siegel stehe im Vordergrund.

Um weiterhin im Bereich fairer Handel aufzuklären und Alternativen für bewussten Konsum aufzeigen zu können, richtet der Weltladen am Freitag, 2. September, im Café einen Einsteigerabend aus. Nicht nur Studenten, sondern auch Senioren und andere Interessierte sollen für die Idee begeistert werden. Außer im Verkauf werden auch Helfer in der Öffentlichkeitsarbeit oder im Finanzwesen gebraucht.

Von Lopes Joao

Das Weltladencafé

Das Weltladencafé Göttingen ist ein Projekt des Arbeitskreises Solidarische Welt. Menschen aus dem Umfeld der katholischen Studentengemeinde haben den Verein 1974 gegründet.  Er sei von Parteien und Kirchen unabhängig, heißt es in einer Selbstdarstellung.

Ziel sei es, einen Beitrag zur entwicklungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit in Göttingen zu leisten. In dem  Weltladen des Vereins, der 1975 eröffnete,  gibt es Produkte aus fairem Handel sowie Bücher und Zeitschriften zu entwicklungspolitischen Themen. Seit Ende 2006 gibt es das Weltladencafé. Laden und Café befinden sich in der Nikolaistraße 10. www.weltladen-goettingen.de

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