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Göttinger Wetterstation liefert automatisch

Personal übernimmt andere Aufgaben Göttinger Wetterstation liefert automatisch

Seit mehr als 160 Jahren werden in Göttingen Wetterdaten erfasst, seit 1993 befindet sich die Station des Deutschen Wetterdienstes in Geismar. Immer haben Menschen die Messdaten notiert. Jetzt registrieren Computer die amtlichen Wetterdaten. Offiziell ist die Wetterstation Göttingen ab Jahreswechsel unbemannt.

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Die Wetterstation heute.

Quelle: Archiv

Geismar. Der Wechsel sei lange geplant gewesen, bestätigte Ruth Molzahn von der zuständigen Messnetzgruppe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg. Die voll automatisierten Geräte seien schon vor einigen Monaten installiert worden und seitdem im Einsatz, „sonst hätte der Nachtdienst in der Station nicht längst eingestellt werden können“. Dennoch ist es eine prägende Änderung für die Station in der Feldflur südlich von Geismar. Auch für Spaziergänger, die sich gelegentlich mit den DWD-Mitarbeiter unterhalten haben – natürlich über das Wetter. Matthias Hans, Wilfried Senger, Harald Frischtatzky und Ronald Radtke haben bisher dafür gesorgt, dass alle Wetterdaten regelmäßig und pünktlich nach Hamburg und Offenbach zum DWD übermittelt wurden. Sie haben inzwischen andere Aufgaben übernommen, sagt Molzahn. Teilweise würden sie diese auch weiterhin an Arbeitsplätzen in der Göttinger Wetterstation erledigen.

Seit 1993 werden auf dem Gelände und in dem Gebäude an der Straße Im Bruche Wetterdaten erfasst: Temperatur (acht Werte in verschiedenen Lufthöhen und Bodentiefen), Feuchtigkeit, Wind, Niederschlag, Sichtweite, Sonnenschein, Luftdruck, Wolken und Blitze gehören zu dem Messdaten, die teilweise minütlich registriert, aufgezeichnet und weiter geleitet werden.

Luftaufnahme der früheren Wetterstation an der Stegemühle

Quelle: EF

Erste Wetteraufzeichnungen gibt es in Göttingen allerdings schon länger, erklärt Molzahn. Bereits 1850 habe sich der Naturforscher Alexander von Humboldt dafür eingesetzt, dass sich die norddeutschen Universitäten mit Wetterbeobachtungen befassen. Die Klimakunde des Deutschen Reiches von 1939 verweise tatsächlich auf Niederschlags- und Temperaturmessungen in Göttingen seit 1850. Bis 1927 sei das auf dem Gelände der landwirtschaftlichen Fakultät zwischen Kreuzbergring und Nikolausberger Weg geschehen. Dann habe Professor Bruno Meyermann die Messstation bis 1943 in die Sternwarte geholt. Es folgten Umzüge auf das frühere Flugplatzgelände in Grone (bis 1945), in die Bunsenstraße und schließlich zur Stegemühle, das heutige gleichnamige Göttinger Wasserwerk. Von 1967 bis 1993 war die Göttinger Wetterstation im Gebäude des Bundesvermögensamtes im Hermann-Föge-Weg untergebracht – bis zum Umzug nach Geismar.

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