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Göttinger Zahnarzt klagt gegen Google

Negative Bewertung Göttinger Zahnarzt klagt gegen Google

Inwieweit können sich Ärzte gegen Bewertungen in Internet-Portalen zur Wehr setzen? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit das Landgericht Göttingen. Ein Göttinger Zahnarzt hat dort den Internet-Dienstleister Google wegen einer negativen Bewertung in dem sozialen Netzwerk Google+ verklagt.

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Göttinger Zahnarzt hat Google wegen einer negativen Bewertung in dem sozialen Netzwerk Google+ verklagt.

Quelle: Gerten/dpa

Göttingen.  Ein Nutzer hatte sich dort negativ über eine Zahnbehandlung in dessen Praxis geäußert. Mit seiner Klage will der Zahnarzt den Konzern gerichtlich dazu verpflichten, den mittlerweile gesperrten Beitrag auch in Zukunft nicht mehr zu veröffentlichen. Bei einer am Donnerstag anberaumten Güteverhandlung konnten sich die Parteien nicht auf eine einvernehmliche Lösung einigen. Die Kammer wird daher in einigen Wochen den Streitfall per Urteil entscheiden.

Zum Zeitpunkt der beanstandeten Veröffentlichung hatte es in dem Internet-Portal 14 Einträge zu dem Göttinger Zahnarzt gegeben. 13 Bewertungen waren positiv, eine dagegen negativ. Der vermutlich unter einem Pseudonym angemeldete Autor gab an, dass seine Zahnreinigung schmerzhaft, oberflächlich und teuer gewesen sei. Nach der Füllung habe er Schmerzen am Zahn gehabt, das optische Ergebnis sei „eine Katastrophe“ gewesen. Die positiven Bewertungen des Zahnarztes seien seiner Ansicht nach nur „Fakes“, die alle aus einer Feder stammten.

Der Zahnarzt berichtete in der Verhandlung, dass viele seiner Patienten inzwischen aufgrund von Internet-Recherchen in seine Praxis kämen. Der Eintrag in dem Bewertungsportal sei rufschädigend. Er habe sich dagegen wehren müssen, auch um seine Praxis, seine Mitarbeiter und seine Familie zu schützen.

Geringe Erfolgsaussichten

Um eine einstweilige Verfügung gegen den Konzern zu erwirken, hatte sich der Anwalt des Zahnarztes an Google Deutschland gewandt. Die Vorsitzende Richterin verwies in der Verhandlung darauf, dass dies der falsche Adressat gewesen sei. Er hätte sich vielmehr an die Konzernzentrale Google Inc. in den USA richten müssen.

Google hatte den kritischen Beitrag im vergangenen Sommer gesperrt. Die Sperre habe allerdings ausschließlich interne Gründe gehabt, die mit dem Benutzerkonto des Bewerters zu tun hätten, erklärte die Anwältin des Konzerns. Inhaltliche Gründe habe es nicht gegeben. Obwohl der Beitrag nicht mehr im Netz zu finden ist, hielt der Anwalt des Zahnarztes die Klage aufrecht.

Seine Erfolgsaussichten dürften allerdings vermutlich gering sein. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat kürzlich in einem Urteil darauf verwiesen, dass Ärzte zwar die Löschung unwahrer Tatsachenbehauptungen und beleidigender Bewertungen verlangen könnten. Meinungsäußerungen seien jedoch zulässig.

eb

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