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Göttinger begrüßen das neue Jahr

Böller, Leuchtraketen und Korken Göttinger begrüßen das neue Jahr

Krachende Böller, pfeifende Leuchtraketen und ploppende Korken: Laut und fröhlich haben die Menschen in und um Göttinger in der Nacht zu Freitag das neue Jahr begrüßt. Viele haben in Kneipen gefeiert, andere besinnlicher im kleinen Kreis. Insgesamt war die Silvesternacht ruhiger als in den Vorjahren.

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Quelle: PH

Göttingen. „Gut zu tun, aber nichts Dramatisches.“ So bewerteten am Freitag Polizei- und Feuerwehrsprecher aus der Region die vorangegangene Silvesternacht, auch wenn die Notfallaufnahme im Klinikum mehrere klassische Silvesterverletzungen hatte. Auf Straßen und Plätzen wurde zwar schon ab dem frühen Abend ordentlich geknallt und gefeiert, unterm Strich begrüßte Göttingen das Jahr 2016 recht entspannt. Gegen Mitternacht schallten Posaunenklänge von Turm der Johanniskirche über die ganze Innenstadt und gaben der Göttinger Silvesternacht etwas Festliches. Friedlicher feierten viele schon seit dem frühen Abend in den Clubs und Kneipen. Besinnlich ließen Musikliebhaber das Jahr bei einem Orgelkonzert in der Jacobikirche ausklingen.

In „Hansi‘s Bierstübchen“ sangen und tanzten mit Luftschlangen behängte Gäste fröhlich zu Schlagersongs. „Hier ist die Stimmung immer gut, Hansi ist super und das Buffet war klasse“, schwärmte Günter Ruwisch. Der vergnügte Senior und seine Partnerin treffen sich immer donnerstags „in einer lockeren netten Stammtischrunde bei Hansi“ hier. „Da ist es doch klar, dass wir auch Silvester hier feiern“, fügte er an.

Unterdessen tanzten die Gäste im JT-Keller ausgelassen zu eher rockiger Musik. „Bis zum Umfallen“, versprach die 28-jährige Sabine Klüßmann noch vor Mitternacht, „die Knallerei da draußen interessiert mich gar nicht“.

Die gab es auch: Am Markt rund um das Gänseliesel bestimmten ohrenbetäubender Lärm und beißender Qualm die Mitternachtsszene. Im Wettstreit zündeten überwiegend junge Männer gewaltige Kanonenschläge. Immer wieder schossen sie gezielt mit Raketen auf Zuschauer, die zu Hunderten die Randbereiche säumten. Den Böller-Werfern stellte sich niemand entgegen, obwohl Feuerwerke in der Göttinger Innenstadt zum Schutz von Kirchen und Fachwerkhäusern faktisch verboten sind. Stadtverwaltung und Polizei hatten schon vorher eingeräumt, dass sie aus personellen Gründen nicht kontrollieren könnten.

Wer die Jahreswende hingegen auf der Burg Plesse, auf einem Kirchturm oder an einem anderen erhöhten Platz feierte, konnte bei kalter aber relativ klarer Luft auch die bunten Silvesterraketen in der Ferne beobachten.

Schwere Handverletzungen durch Feuerwerkskörper

Göttingen. Beschwerden wegen lauter Böller, Streitereien zwischen Betrunkenen, zerstörte Briefkästen und Verletzungen durch Feuerwerkskörper: Das ist die knappe Bilanz von Polizei, Feuerwehr und Medizinern nach der Silvesternacht. Ein Neujahrswechsel, der dennoch vergleichsweise ruhig verlief.

„Alle hatten gut zu tun, aber es blieb im Rahmen“, bilanzierte der diensthabende Leiter der Göttinger Polizei, Andreas Momberg, am Neujahrstag. Von 18 Uhr am Silvesterabend bis zum Morgen habe es in Göttingen und Bovenden 115 Einsätze gegeben, drunter acht wegen einer Körperverletzung, 57 wegen Sachbeschädigung, 13 im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern und verärgerten Anrufern sowie sechs Vorfälle mit Betrunkenen. „Ganz oft waren es auch nur kleinere Streitigkeiten“, so Mommsen.

Hinzu kamen ein schnell gelöschtes Feuer an einem Carport in Weende sowie „einige“ brennende Papierkörbe und Container, ergänzte Göttingens Berufsfeuerwehr-Chef Martin Schäfer. Vorsorglich hatte die Feuerwehr erstmals am Alten Rathaus ein Tanklöschfahrzeug stationiert, um bei einem Feuer in der Innenstadt noch schneller reagieren zu können. Ähnlich fassten Polizei und Feuerwehr in Northeim und Hann. Münden die Silvesternacht zusammen. In Northeim brannten zwei Papiercontainer. Den Schaden bezifferte die Polizei auf etwa 300 Euro.

Für die  Notaufnahme im Göttinger Klinikum war die Silvesternacht allerdings „schon recht turbulent“, so der Chirurg Dr. Keno Ferlemann. Neben einigen Patienten mit Knochenbrüchen seien etwa zehn Notfälle mit zum Teil schweren Handverletzungen durch Sprengkörper eingeliefert worden. Auch Verletzungen am Fuß durch Feuerwerksraketen habe es gegeben.

us

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