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Göttinger kritisieren GöVB-Fahrer und Preise

Facebook-Kommentare Göttinger kritisieren GöVB-Fahrer und Preise

Die Aussage des GöVB-Betriebsleiters, es gebe kaum noch Beschwerden von Kunden über das Göttinger Busliniennetz, sehen Facebook-Nutzer ganz anders. Danach steht nicht nur das Netz an sich, sondern auch Freundlichkeit und Fahrweise der Busfahrer in der Kritik.

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Quelle: CH/Archiv

Göttingen. Thomas Zimmermann, Betriebsleiter der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) hatte in einem Tageblatt-Artikel neun Monate nach Einführung des neuen Liniennetzes gesagt, dass sich dieses „offensichtlich gut eingespielt“ habe und die Zahl der Kundenbeschwerden merklich zurückgegangen sei. Daraufhin gab es auf der Tageblatt-Facebookseite eine Kommentar-Lawine. „Man kann sich alles schönreden“, meint eine Kommentatorin. Eine andere meint, dass Beschwerden sinnlos seien. Sie sorgt sich vor „Verbesserungen, die alles noch schlimmer machen“. In einem weiteren Post heißt es, Beschwerden würden „konsequent ignoriert“.

 
Häufig zu lesen ist der Unmut über die Fahrweise der Busfahrer. „Sie fahren/bremsen, als wären sie in einem Fast & Furious Film“, schreibt einer, ein anderer: „...teilweise wie der Henker“. In einem weiteren Post heißt: „Die sollten Helme verteilen, dann passt das.“

 
Auch Verspätungen und verpasste Anschlüsse werden bemängelt. Eine Facebook-Nutzerin stört „die Tatsache, dass die Zeiten oft nicht richtig eingehalten werden, die Schulbusse zu klein sind und man sich mega-reinquetschen muss“. Zudem beklagt sie „zu hohe Preise“. Die Kapazitäten für die Mitnahme von Rollatoren und Fahrrädern reichten „bei Weitem nicht“ aus, kritisieren andere.

 
Vieles sei bekannt, sagt GöVB-Mann Zimmermann zu den Vorwürfen. Das Fahrzeitenproblem zum Beispiel. „Deswegen wünschen wir uns ja auch eine durchgehende ÖPNV-Beschleunigung“, sagt er. Auch nimmt Zimmermann die GöVB-Busfahrer in Schutz. Diese seien sowohl beim Fahren als auch im Umgang mit den Kunden geschult. Beides werde regelmäßig überprüft. „Wir haben in Göttingen massive Probleme mit Radfahrern“, erklärt Zimmermann. Deshalb seien oftmals auch Vollbremsungen notwendig.

 
Die Kapazitätsprobleme in den Bussen wollen die GöVB laut Zimmermann durch die Anschaffung neuer Gelenkbusse nach und nach beheben. Fünf neue Fahrzeuge soll es noch 2015 geben, neun weitere würden für 2016 bestellt. In den neuen Bus-Modellen gebe es auch mehr Platz für Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen oder Fahrräder.

 
Dass die Linie 33 nicht mehr nach Holtensen fahre – ein weiterer Kritikpunkt in den Facebook-Kommentaren – sei aufgrund eines Ortsratsbeschlusses umgesetzt worden. Dort, wo es nur wenig Nachfrage gegeben habe, seien außerdem einzelne Fahrten gestrichen worden, sagt Zimmermann, etwa die letzte Fahrt nach Groß Ellershausen.

 
Die Fahrpreise der GöVB lägen im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größe deutlich darunter, betont der Betriebsleiter. Eine Einzelfahrt in Göttingen koste 2,10 Euro, in Paderborn, Wolfsburg und Oldenburg 2,30, in Hildesheim 2,35 und in Osnabrück gar 2,60 Euro.

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