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Göttinger muss wegen Cannabis-Anbaus dreieinhalb Jahre ins Gefängnis

Göttinger muss wegen Cannabis-Anbaus dreieinhalb Jahre ins Gefängnis

Weil er eine umfangreiche Indoor-Plantage für den Anbau von Cannabis-Pflanzen in Grone betrieben und mit Cannabis erhebliche Umsätze gemacht hat, ist ein 33-jähriger Göttinger zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Schöffengericht erkannte ihn für schuldig, 637 Pflanzen gepflegt zu haben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Ermittlungen begannen mit einem anonymen Tipp. In dem Haus in der Groner Landstraße betreibe der Mieter A. eine Hanfplantage, hieß es. Tatsächlich, so stellte die Polizei bald fest, waren die Fenster einer Wohnung verhängt, meist beschlagen, und offensichtlich steuerten Zeitschaltuhren Beleuchtung und Entlüftung.

 
Es wurde ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt. Doch als die Polizei anrückte, stand nicht der Mieter A., sondern der jetzige Angeklagte „im Hemd und ohne Handy“ im Flur, wie ein Polizist als Zeuge betont. Schon auf dem Flur lagen die ersten Abfälle von Hanfpflanzen. Im Innern fand sich eine perfekt organisierte Plantage mit 637 Pflanzen in allen Entwicklungsstadien, dazu Pflanzenmaterial, getrocknetes Marihuana und 700 Euro Bargeld – alles 20-Euro-Scheine. Wohnen konnte in den Räumen niemand mehr. Auf den Mieter war ein Gewerbe angemeldet, das aber keinerlei Umsätze hatte – jedenfalls keine legalen.

 
Die weiteren Ermittlungen gegen den ursprünglich verdächtigen A. liefen ins Leere. Der 34-Jährige wohnt in der Wohnung nebenan, die aber nicht durchsucht wurde. Er ist mit dem Vermieter verwandt. Als Mieter gab sich aber der 33-Jährige zu erkennen. Er habe per Handschlag gemietet, zahle stets bar, wohne aber in einer anderen Wohnung, die auch durchsucht wurde und in der sich weiteres illegales Material fand. Und entscheidend: Er gab an, die Plantage sei „alles meins“. Weil er Schulden habe, habe er den Stoff angebaut.

 
Damit war A. entlastet; die Ermittlungen gegen den ursprünglich Beschuldigten wurden eingestellt. Auch im Prozess, der drei Verhandlungstage dauerte, weil der Angeklagte nunmehr hartnäckig schwieg, fand sich kein Beweis, dass A. beteiligt war. Es habe zwar viel dafür gesprochen, dass der 33-Jährige die Plantage nicht allein gepflegt habe. Beweise fehlten aber,  hieß es in der Urteilsbegründung. An der Strafhöhe hätte ein Mittäter aber auch nichts mehr geändert: dreieinhalb Jahre wegen Anbaus und Handels mit illegalen Drogen. Weil der Angeklagte noch ohne jede Vorstrafe war, fiel die Haftstrafe sogar milde aus.

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