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Göttinger schützen Klima durch Rat für Nicaragua

Partnerschaft mit La Paz Centro erstmals auf Verwaltungsebene Göttinger schützen Klima durch Rat für Nicaragua

Klimaschutz geht alle an. Das haben die Klimaschutz-Wochen deutlich gemacht. Ein konkretes Projekt, wie man in Göttingen das Klima schützen kann, indem man im fernen Nicaragua mit Rat und Tat klimaschädlichen Entwicklungen entgegen wirkt, haben sich zwei Dutzend Interessierte zum Abschluss der Klima-Woche vorstellen lassen: die Klimapartnerschaft Göttingen-La Paz Centro.

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Vortrag in der Dorntze über Klimaschutz-Projekt mit Nicaragua.

Quelle: Heller

Göttingen. Mit La Paz Centro verbindet Göttingen seit 1988 eine inoffizielle Partnerschaft. Nach der Revolution durch die Sandinisten in dem mittelamerikanischen Staat 1979 hatte es 1983 einen von den USA heimlich unterstützten kontrarevolutionären Bürgerkrieg gegeben.

In Deutschland hatten in den Achtzigern aus Solidarität viele Städte Partnerschaften zu nicaraguanischen Kommunen geschlossen. Kontakte etlicher Lehrer der IGS galt damals als Vorstufe einer offiziellen Städtepartnerchaft, zu der es aber nie kam. Seit 1988 hat die IGS eine Schulpartnerschaft, die der Verein Amistad con Nicaragua koordiniert. Das berichtete Anna Leineweber, die von Beginn an dabei war.

Sie freut sich, dass nun erstmals auch Beziehungen auf Verwaltungsebene zustande kamen. Im September 2014 hatte der Rat beschlossen, sich am Projekt der Bundesregierung „50 kommunale Klimapartnerschaften“ zu beteiligen. Göttingen ist die 43. Stadt, die mitmacht und finanzielle Hilfe vom Bund dafür erhält.

Im März waren erstmals zwei Verwaltungsvertreter zu einem Workshop in Managua, darunter Hanna Naoumis, Klimaschutzmanagerin der Stadt Göttingen. Sie berichtete in der Dorntze des Alten Rathauses, welche Ziele sich das Projekt gesetzt hat. Joachim Sterr, Referent für internationale Beziehungen, ergänzte um die Struktur des Projekts, dessen Steuerungsgruppe und Kernteam schon bestehen, das aber Koordinatoren für die praktische Arbeit sucht.

Eindrucksvoll schilderte Naoumis, welche Gefahren für das Klima in Nicaragua zunehmen. Die Ziegelindustrie etwa, die sich wegen reicher Tonvorkommen rasant entwickle, sorge wegen ihres Brennstoffbedarfs für einen Raubbau an den Wäldern.

Intensive Bewässerung von Monokulturen, unkontrollierter Eigenverbrauch an Wasser, abnehmende Niederschläge, Erosion des Mutterbodens – alles Probleme, die mit fachlicher Hilfe aus Deutschland angegangen werden könnten. Diese Hilfe könne beim Aufbau simpler Wetterstationen und einer Wetterbeobachtung beginnen.

Die Partnerschaft aber solle langfristige Handlungsstrategien entwickeln, um auch ein Problembewusstsein und ein Umdenken in der Bevölkerung in Nicaragua zu erreichen. Das alles koordiniert und mit Unterstützung der Bundesregierung. Schließlich sind es 50 deutsche Städte, die mit 50 Städten in Afrika und Südamerika zusammenarbeiten.

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