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Göttinger sind gegen Plastiktüten

Marktumfrage Göttinger sind gegen Plastiktüten

Mehrere Handelsunternehmen wie Media Markt, H&M und C&A wollen sich ihre Plastiktüten bezahlen lassen, um so Konsumenten dazu zu bringen, weniger Tüten zu kaufen. Ob das nur Geldmacherei oder eine ökologisch sinnvolle Maßnahme ist, hat das Tageblatt Besucher des Göttinger Wochenmarktes gefragt.

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Quelle: Archiv

Göttingen. „Wenn ich einkaufe, bemühe ich mich immer, eine Tüte mitzunehmen“, sagt Eske Ewert aus Grone. Ihrer Meinung nach sei es sinnvoll, Plastiktüten im Handel teurer zu machen.

Eske Ewert

Quelle: bl

Hildegard Siegmann aus Rosdorf findet die Maßnahme ebenfalls richtig. „Stoffbeutel sollten alle benutzen“, sagt sie.

Für Alexandra Jochheim aus Göttingen muss sich was grundlegend ändern im Handel: „Ich finde nicht gut, wie eine Tütengesellschaft zelebriert wird.“ Überall würden Tüten beim Einkauf mitgegeben, erläutert sie. Daher sei die Idee, Einkaufstaschen aus Kunststoff teurer zu machen, für sie grundsätzlich richtig.

Alexandra Jochheim

Quelle: bl

„Ich habe nichts dagegen, dass die Tüten teurer werden“, sagt Dieter Schneider aus Hannover. Er vermutet, dass Papiertüten den Platz der Kunststofftragetaschen einnehmen werden.

Dieter Schneider

Quelle: bl

„Plastik ist immer schlecht“, sagt Annegret Weitemeyer aus Nikolausberg. Sie begrüße daher die Entwicklung um die Einkaufstüten, denn sie benutze immer Stofftaschen.

Annegret Weitemeyer

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Die Wende um die Plastiktüten geht auf eine freiwillige Vereinbarung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und des Bundesumweltministeriums zurück. Diese tritt am 1. April in Kraft. Anfang Februar trafen sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der Präsident des Handelsverbands HDE Josef Sanktjohanser, um weiter über eine Reduzierung der Kunststofftragetaschen zu beraten.

Auf der Homepage des HDE äußert sich der Hauptgeschäftsführer Stefan Genth zum Entwicklungsprozess: „Es beteiligen sich zum Start so viele Unternehmen, dass bereits 60 Prozent der Tüten im Handel erfasst sind.“ Nach Angaben des HDE sollen innerhalb von zwei Jahren mindestens 80 Prozent der Kunststofftüten in Deutschland kostenpflichtig sein. Aktuell liege der jährliche Verbrauch bei 71 Tüten pro Einwohner. Nach den Vorgaben einer EU-Richtlinie solle der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststofftüten in den Mitgliedstaaten bis 2019 auf 90 Tüten und bis 2025 auf 40 reduziert werden.

Bereits im Jahr 2014 hatte der Rat der Stadt Göttingen Stadtverwaltung, städtische Entsorgungsbetriebe und die Innenstadtinitiative Pro City gebeten, gemeinsam einen Verzicht von Plastiktüten bei Einzelhandelsverband und den Wochenmarktbeschickern anzuregen. Ergebnis davon war unter anderem im Jahr 2015 die Aktion „Ich nehme es in die Hand“. Dabei wurden 20 000 Stoffbeutel in 70 Geschäften kostenlos ausgeteilt. bl

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