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Göttinger wollen Führungskräfte der Feuerwehren selbst ausbilden

Pilotprojekt Göttinger wollen Führungskräfte der Feuerwehren selbst ausbilden

Als erste in Niedersachsen wollen Stadt und Landkreis Göttingen Führungskräfte ihrer Freiwilligen Feuerwehren selbst ausbilden – vorerst als Pilotprojekt.

Göttingen. Die Verhandlungen sind auf der Zielgeraden, das Land soll die Kosten tragen. Hintergrund: Die Landesfeuerwehrschulen in Celle und Loy sind chronisch überlastet.

Die Pläne seien weit gereift, sagt Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen. Zurzeit prüfe der Niedersächsische Landkreistag einen Mustervertrag, den Stadt und Landkreis Göttingen mit dem Innenministerium abschließen würden. Kommt er zustande, würden Ausbilder der Göttinger Berufsfeuerwehr und des Kreisfeuerwehrzentrums in Potzwenden auch Truppführer aus dem Kreisgebiet inklusive Eichsfeld ausbilden – als Kooperationsprojekt des Stadt- und des Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehren mit der Göttinger Berufsfeuerwehr. Zurzeit sind sie nur für die Grundausbildung und technische Zusatzkurse verantwortlich. Darüber hinausgehende Lehrgänge sind ausschließlich Landessache und werden in den beiden Niedersächsischen Akademien für Brand- und Katastrophenschutz angeboten.

Die Schulen in Loy und Celle „kommen aber überhaupt nicht mehr nach“, sagt Niesen. Sie könnten nur noch 50 Prozent der Anmeldungen bewältigen. Das liege auch an einem immer schnelleren Wechsel der Funktionsträger. Folge: Neue Ortsbrandmeister, Stellvertreter und Gruppenführer hätten durch die lange Warteschleife zunehmend Probleme, fristgerecht die erforderlichen Lehrgänge zu belegen. Das wiederum führe zu „viel Frust bei den engagierten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren“, bestätigt Martin Schäfer, Leiter der Göttinger Berufsfeuerwehr.

Schon vor einigen Jahren sei die Idee aufgekommen, die Ausbildung vor Ort sicherzustellen, „motivierte und qualifizierte Mitarbeiter haben wir dafür“, sagt Niesen. Wie bisher in Celle und Loy, müsste das Land die vollen Kosten tragen. Ideengeber waren der frühere Stadtbrandmeister Heimo Schaub und Kreisausbildungsleiter Johannes Dornieden. Zunächst sollte vor allem beruflich stark eingespannten Feuerwehrmitgliedern ortsnahe Lehrgänge ohne weite Anreise geboten werden. In Hessen ist das bereits möglich.

Als kürzlich die Landesschulen als Flüchtlingsunterkünfte im Gespräch waren und Feuerwehren Ausbildungsalarm schlugen, hätte das Ministerium schon fast spontan eingelenkt, sagt Schäfer. Jetzt werden weiter über ein Pilotprojekt in Göttingen verhandelt. Er rechne bis Ende Oktober mit einer Stellungnahme des Landkreistages, so Niesen.

Im Kreisfeuerwehrverband Göttingen gibt es 111 Feuerwehren mit etwa 4200 aktiven Mitgliedern. Die Feuerwehren teilen sich auf in 109 Freiwillige Feuerwehren, eine Werkfeuerwehr und eine Berufsfeuerwehr. us

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