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Goldschmied fertigt neues Kreuz für St. Jacobi

Bekrönung am 26. September Goldschmied fertigt neues Kreuz für St. Jacobi

Die Sanierungsarbeiten am Jacobikirchturm in der Innenstadt schreiten voran. Am Sonntag, 26. September, soll die Kirchturmspitze mit Kreuz, Wetterfahne und Kugel wieder aufgesetzt werden.

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Bei der Arbeit am neuen Jacobi-Kreuz: Goldschmied Herbert Fischer und die Auszubildende Isis Maurer.

Quelle: Hinzmann

Das Kreuz für den Kirchturm stellt derzeit Goldschmied Herbert Fischer in seiner Werkstatt her. Es soll das alte Kreuz ersetzen, das bei einem spektakulären Diebstahl vom 72 Meter hohen Kirchturm entwendet worden war. Der Diebstahl an der Spitze des wegen der Sanierungsarbeiten eingerüsteten Turmes der Innenstadtkirche hatte im Oktober 2009 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der Coup war erst nach einiger Zeit entdeckt worden, weil an der Sanierung beteiligte Handwerker davon ausgegangen waren, dass andere Handwerker das Kreuz zu Restaurierungszwecken abmontiert hatten.

Das Kreuz ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Göttinger Staatsanwaltschaft stellte schließlich ihre Ermittlungen in Zusammenhang mit dem Diebstahl ein, weil sich keine Hinweise auf die Täter finden ließen. Die Kirchengemeinde gab ein neues Kreuz bei Fischer in Auftrag, der lange Jahre in der Gemeinde als Kirchenvorsteher wirkte.

Mehr Glück als beim Kreuz hatte die Kirchengemeinde bei der Wetterfahne: Diese war zunächst ebenfalls verschwunden. Sie tauchte jedoch im November wieder auf – mit einem reumütigen Bekennerschreiben übermütiger Kirchturm-Kletterer. Die Wetterfahne mit dem Braunschweiger Löwen und der Jahreszahl 1906 wartet nun darauf, wieder ihrer Bestimmung an der Kirchturmspitze zu dienen – gemeinsam mit der Dokumentenkugel und dem neuen Kreuz. Dieses wird aus Kupfer hergestellt und dann vergoldet. Die drei Teile werden dann auf den sogenannten Kaiserstiel aufgesetzt, der die gesamte, mehrere Meter hohe Bekrönung trägt. Das Kreuz soll dabei mit Schrauben arretiert werden, so Fischer.

In der Dokumentenkugel hatten sich auch unliebsame Dokumente aus dem Jahr 1933 gefunden: Zeitungsausschnitte und Bilder, die die Anfänge der nationalsozialistischen Terrorherrschaft bejubeln. Die Kirchengemeinde will die Dokumente und damit die Schuld jedoch nicht stillschweigend beseitigen, sondern – ausgelichtet – wieder in die Kugel legen und darüber das neue Kreuz setzen. Das Kreuz auf der Kugel soll auf diese Weise auch die Christusherrschaft über die irdischen Verhältnisse symbolisieren.

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