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Google-Gegner hebeln Street-View-Fans aus

Datenschutz des Einzelnen hat Vorrang Google-Gegner hebeln Street-View-Fans aus

In Mehrfamilienhäusern, Wohnblocks oder anderen größeren Vielparteien-Wohnanlagen könnte das Google-Street-View-Projekt zu Unfrieden unter den Bewohnern führen. Wenn nur ein einziger Mieter die Unkenntlichmachung des von ihm bewohnten Gebäudes beantragt, wird das gesamte Gebäude verpixelt – gleichgültig, wie groß das Gebäude ist oder ob alle anderen Bewohner ihre Wohnung gern in Google Street View wiederfinden möchten.

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Hunderte Mieter: Ein Widerspruch reicht aus – und das ganze Iduna-Zentrum wird in Google Street View unkenntlich gemacht.

Quelle: Hinzmann

Der Widerspruch eines Mieters würde also zum Beispiel ausreichen, um das ganze Iduna-Zentrum in Göttingen im Internet unkenntlich zu machen.

Im November sollen die Endlos-Straßenbilder von Google Street View (auf Deutsch Straßenansicht) im Internet freigeschaltet werden. Seit einigen Wochen ist es jedem Bürger möglich, bei Google Widerspruch gegen die Abbildung des von ihm bewohnten Gebäudes einzureichen. „Wie von den Datenschutzbeauftragten gefordert“, erklärt Google-Sprecherin Lena Wagner, „werden wir dem Antrag grundsätzlich stattgeben, wenn uns ein Widerspruch aus einem Haus mit mehreren Parteien vorliegt, und das gesamte Haus unkenntlich machen.“ Im Klartext: Wer seine Wohnung unkenntlich machen lassen will, muss nicht befürchten, von anderen Bewohnern überstimmt zu werden.

Von dieser grundsätzlichen Regelung gibt es allerdings Ausnahmen. Wagner: „Befindet sich im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses, für das ein Antrag eines Bewohners zur Unkenntlichmachung vorliegt, beispielsweise ein Restaurant, werden wir das Lokal nicht unkenntlich machen, da es im Interesse des Betreibers ist, sein Restaurant in Street View zu zeigen.“ In einem solchen Fall werde sich Google darauf beschränken, nur die oberhalb gelegenen Wohnungen durch Verpixelung unkenntlich zu machen. Resultat: Bei nur einem Widerspruch bleiben alle Privatwohnungen unkenntlich, Restaurants und Geschäfte darunter jedoch sichtbar. Ebenfalls denkbar: Keiner der Mieter hat etwas gegen Google Street View, sondern nur der Eigentümer. Auch hier wird das komplette Gebäude unkenntlich gemacht – auch wenn keiner der dort Wohnenden das will.

Allerdings könnte sich Street-View-Fans eine kleine Lücke öffnen: Google plant, die Straßenansichten von Privatleuten aktualisieren zu lassen. In anderen Ländern darf schon jetzt jeder seine eigenen Bilder in Street View einbauen. Das dürfte dann neuen Streit geben.

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Bis heute ist nicht klar, warum Google riesige Summen Geld in sein Street-View-Projekt steckt. Dahinter dürften handfeste kommerzielle Interessen stehen – aber kaum der harmlose Wunsch, an jedem Computer die Spielerei virtueller Streifzüge zu ermöglichen.

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