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Gottesdienst in Roringen: Verhältnis von Mensch und Natur

Hubertusmesse zum Thema Jagd Gottesdienst in Roringen: Verhältnis von Mensch und Natur

Das Thema Jagd stand im Mittelpunkt einer Hubertusmesse in der evangelischen Kirche in Roringen. Es ging um die Legende über den heiligen Hubertus.

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Im Gottesdienst in Roringen geht es um das Verhältnis von Mensch und Natur

Roringen. Die Musik der Messe in der Fassung von Reinhold Stief spielte die Parforcehorn-Gruppe der Jägerschaft Göttingen unter Leitung von Werner Schramm.

Die gut besuchte Kirche war für den Gottesdienst herbstlich geschmückt. Laub auf dem Boden und Sträucher an den Seiten schufen ein wenig eine Atmosphäre wie im Wald. Im Altarraum stand ein Hirschgeweih, zwischen dessen beiden Stangen ein Kreuz platziert war.

Das verwies direkt auf die Legende zum heiligen Hubertus,  der im Mittelalter lebte. Als seine Frau im Kindbett starb, haderte Hubertus mit Gott und den Menschen. Er lebte und jagte zügellos, selbst an kirchlichen Feiertagen. Als er einmal am Karfreitag einen Hirsch erlegen wollte, sah er zwischen den Geweihstangen ein Kreuz aufleuchten und hörte die Stimme Christi: „Hubertus, Hubertus, ich habe dich erlöst. Warum verfolgst du mich?“

Hubertus habe in der leidenden Kreatur den mitleidenden Gott gefunden, sagte Pastorin Charlotte Scheller in ihrer Predigt. Er habe eine Zeit lang als Einsiedler in der Natur gelebt und sei dann Priester geworden. Der historische Hubertus starb 727 als Bischof von Lüttich.

Sollen Christen aufgrund der Legende das Gewehr wegwerfen, können Christen nicht Jäger sein? Das verneinte Scheller. Für manche möge diese Schlussfolgerung stimmen. Doch die Menschen lebten noch nicht im Paradies. Weil sie am oberen Ende der Nahrungskette stünden, lebten sie zu Lasten anderer Geschöpfe, auch der Pflanzen. Damit seien die Menschen in Leiden und Schuld verstrickt und in dieser Hinsicht als Sünder erkennbar.

Entscheidend sei, das Leiden der Schöpfung wahrzunehmen und Verantwortung zu übernehmen für das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur, für den Lebensraum von Tieren und Pflanzen. Diese Aufgabe nähmen verantwortungsbewusste Jäger wahr.

Sie setzten Zeit und Geld ein, um Lebensräume zu schützen und die Vielfalt der Arten zu erhalten. Für Christen sei es gut, darauf zu achten, „wie das Tier, dessen Fleisch wir essen oder dessen Milch wir genießen, gelebt hat und gestorben ist“.

Hubertus finde einen Gott, der den Leidenden nahe sei. Doch Leiden und Tod hätten im Christentum nicht das letzte Wort, sondern es gebe die Hoffnung auf Auferstehung und Erlösung – und auf eine vollkommene Versöhnung von Mensch und Natur am Ende der Zeit im Paradies.

Von Jörn Barke

Weitere Hubertusmessen

In der Region werden Hubertusmessen in den kommenden Wochen rund um den Hubertustag am 3. November auch in anderen Kirchen gefeiert.

Eine Messe mit der Jägerschaft Duderstadt beginnt beispielsweise am Sonntag, 1. November, um 10.30 Uhr in der Kirche St. Cyriakus in Duderstadt.

Messen in der Fassung von Gustave Rochard mit dem Jagdhornbläserchor der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen unter Leitung von Andreas Buck-Gramcko sind an zwei Terminen geplant: am Sonnabend, 7. November, um 19 Uhr in der Klosterkirche Bursfelde und am Sonntag, 8. November, um 17 Uhr in der Klosterkirche Nikolausberg. Die Predigten in den Gottesdiensten halten Ludger Temme in Bursfelde und Gert Liebenehm in Nikolausberg.

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