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Granitplatten für Göttinger Denkmal montiert

Bahnhof Granitplatten für Göttinger Denkmal montiert

Das Denkmal für die Göttinger Sieben vor dem Bahnhof der Stadt ist fast fertig. Am Montag haben Fachhandwerker die letzten schweren Seitenplatten aus Granit gesetzt. Dazu gehört auch ein drei Tonnen schweres Element, dass die Namen der rebellischen Professoren und der Künstlerin trägt.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Es ist Millimeterarbeit unter Schwerlast: Immer wieder lassen Polier Kemal Fejzuli und seine Mitarbeiter die tonnenschwere Platte anheben, um sie an ihre richtige Stelle zu bugsieren – mit Wasserwaage, Zollstock und viel Gefühl. „Wir müssen vor allem aufpassen, dass die Kanten nicht brechen“, sagt der Steinmetz.

 

 

Monatelang hatten die Mitarbeiter einer Spezialfirma in Portugal die Granitblöcke nach Skizzen der Künstlerin Christiane Möbus zugeschnitten, einschließlich Rundungen und Kanten am Fuß und an den stufenartigen Übergängen des nach oben jünger werdenden Monumentes. Die beiden Hauptplatten an den Flanken enthalten auf der einen Seite den schlichten und doch prägnanten Schriftzug „Dem Landesvater seine Göttinger Sieben“, auf der gegenüberliegenden Seite die Namen der einstigen Professoren – und den Namen der Künstlerin. Vor allem dieser Zusatz, aber auch die Größe des von vielen als Klotz bezeichneten Denkmals, hatte vorab immer wieder zu heftigen Diskussionen in Göttingen geführt.
Das Denkmal ist eine Schenkung mehrerer Kunstförderer. Offiziell tritt für sie die Stiftung Niedersachsen als Schenker auf, die Stadt zahlt Aufbau und Montage. Es ist dem Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz in Hannover nachempfunden, allerdings ohne Reiterstandbild. Stattdessen wird eine Bronzeplatte mit dem Fußabdruck des Hannoverschen Pferdes montiert – von unter nicht sichtbar. Die Gesamtmaße: 4,1 mal 2,5 Meter breit, vier Meter hoch, umhüllt mit 40 Tonnen schweren Granitplatten.

 
Am Dienstag wollen die Steinmetze noch die sogenannte Plinthe aufsetzen, eine Granitplatte als Abdeckung. Anschließend werde der Granitstein imprägniert, erklärte Möbus. Die Bronzeplatte sei noch in einer Werkstatt in Berlin, „wir sind gerade beim Feinschliff“. Am 19. November soll das Denkmal enthüllt werden.

 

Foto: Hinzmann

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„Es ist wunderbar“

 

Christiane Möbus (kleines Bild) verbirgt ihre Freude nicht: „Es ist wunderbar, einfach eindrucksvoll“, sagt die 68-jährige Künstlerin immer wieder, „besser hätte man das nicht machen können“. „Ich empfinde einfach Glück“, fügt sie an, als die große Granitplatte mit den Namen der Göttinger Sieben und ihrem eigenen Signet sitzt – sie ist das Herzstück des in Göttingen so umstrittenen Denkmals.

 
Es ist ihr wichtigstes und längstes Projekt, sagt Möbus: Schon vor Jahrzehnten habe sie die Idee gehabt, die sieben, gegen Ernst August I rebellierenden, Professoren aus Göttingen mit einem Denkmal zu würdigen, das an das Reiterdenkmal des Königs in Hannover erinnert. Jetzt ist sie fast am Ziel angekommen und kann es selbst noch gar nicht fassen: „Wer hätte das gedacht, dass wir das hin kriegen“, sagt sie auch in Anspielung auf die heftige Kritik vieler Göttinger, mit der sie in der „Stadt, die Wissenschaft“ nicht gerechnet habe.

 
Und sie ist fast überrascht, wie sich das Denkmal beim Aufbau „entwickelt, wie es erscheint“. Die Form und die Farbe des lange gesuchten Steins als Pendant zum alten Bahnhof – „das sieht doch super aus“, sagt die Professorin der Universität der Künste in Berlin und streicht vorsichtig mit ihren Fingern über die Kerben der eingearbeiteten Namen. Dass sich das Denkmal beim Aufbau so gut entwickelt, liege auch an der Arbeit der Handwerker, sagt sie: „Die haben das Gefühl dafür, und sie arbeiten so genau und konzentriert.“

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