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Grass-Archiv und Baugeschichte

Tag des offenen Denkmals Grass-Archiv und Baugeschichte

Am Tag des offenen Denkmals - am Sonntag - haben viele sonst verschlossene historische Stätten ihre Türen für Besucher geöffnet. Auch das Grass-Archiv in der Düsteren Straße zählt dazu. Dort konnten sich Besucher am Sonnabend und am Sonntag umschauen und interessantes über eines der ältesten Häuser der Stadt - und über den Schriftsteller Günter Grass erfahren.

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Restauriert aber jedes Epoche bleibt sichtbar: Heiko Schaper informiert im Grass-Archiv über die Baugeschichte eines der ältesten Häuser der Stadt.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Um 1310 wurde das kleine Fachwerkhaus in der Düsteren Straße errichtet. Das, so erklärte Heiko Schaper, habe man durch dendrochronologische Untersuchungen herausgefunden. Also durch eine Analyse des Holzes und der darin enthaltenen Jahresringe. Der Baufachmann, der für die Firma Steidl arbeitet, gab den Besuchern einen Einblick in die Sanierungsarbeiten. Die hatten mehr als vier Jahre in Anspruch genommen. Zu sehen sind im Inneren des Hauses Eichenbalken aus dem 14. Jahrhundert und neue Stahlträger, die dem Haus Stabilität verleihen. „Hier sieht man die Original-Gefache aus der Entstehungszeit“, sagt Schaper.

An den Wänden, Balken und Fenstern hängen kleine Schilder - die Zahlen 1 bis 78 sind darauf zu sehen. Jedes Schild steht für ein bauliches Detail der mehr als 700-jährigen Geschichte des Gebäudes. Nummer eins steht beispielsweise für ein Stück Wandoberfläche, so wie es vor der Sanierung aussah, Nummer 36 für einen Eichenholzriegel, der wieder verwendet wurde und Nummer 47 für eine Tuffstein-Ausfachung. „Der Tuffstein stammt aus Rosdorf“, so Schaper. An einer Wand hinter Glas sind Bücher von Günter Grass zu sehen. Der Göttinger Gerhard Steidl war ab 1993 Verleger des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Günter Grass. „Im Keller lagert Archivmaterial, das zur Zeit katalogisiert wird“, so die Bibliothekarin Magdalena Gawol. Steidl hat das Haus privat sanieren lassen. Das Haus erzählt also nicht nur Göttinger Stadt- und Baugeschichte sondern ein ein wenig über große Literatur.

Rund um die Torhausgalerie auf dem Göttinger Stadtfriedhof wurde am Sonntag Programm geboten. Führungen über den schattigen Friedhof, Livemusik und eine Versteigerung lockten die Besucher an. Zudem gab es Informationen über das historische Gebäude am Eingang des Stadtfriedhofs. Die Galerie, die maßgeblich von der Stadt und dem Göttinger Verschönerungsverein unterhalten wird, war in diesem Jahr erstmals an dem Tag des offenen Denkmals beteiligt.

Während einer amerikanischen Versteigerung kamen am Nachmittag Kunstwerke wie der Grafikdruck „Eine Göttinger Stadtansicht“ des Zeichners Uwe Brandi, zwei Fotoarbeiten von Ingo Bulla, die Alpacca-Skulptur „Pinguin“ von Rolf Meurer und zwei Drucke von Christa Hartmannu unter den Hammer. Alle Künstler haben oder hatten bereits Ausstellungen in der Galerie. Ziel ist es, Geld für die weitere Restaurierung des historischen Torhaus-Gebäudes zu sammeln. „Wir brauchen für unser Gebäude ja noch Unterstützung“, sagte Norbert Mattern vom Verein. Der Erlös aus der Versteigerung wird dafür verwendet.

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