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Grauspecht gegen Höchstspannungsleitung in Hardegsen

380-kV-Leitung Grauspecht gegen Höchstspannungsleitung in Hardegsen

Vorkommen des geschützten Grauspechts stehen der vom Netzbetreiber Tennet geplanten Trassenführung für die 380-kV-Leitung entgegen. Geschlossen hat sich der Rat der Stadt Hardegsen gegen die derzeitige Planung für die Höchstspannungsfreileitung Wahle-Mecklar auf Hardegser Stadtgebiet gestellt und unterstützt die städtische Stellungnahme, die bis Mittwoch, 3. Juni, bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eingereicht werden muss.

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Vom Aussterben bedroht: Grauspecht.

Quelle: Finn

Hardegesen. Nicht sachgerecht habe der Projektleiter Tennet die Planung abgewogen, lautet die Einschätzung der Stadt. Vorkommen des streng geschützten Grauspechts führte Hermann Hondong aus Gladebeck gegen die Freileitung westlich von Gladebeck an. Diese Vogelart sei in Niedersachsen nur im Süden mit einer geringen und schrumpfenden Population verbreitet. In der Roten Liste der Brutvögel Niedersachsens wird er deshalb als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Auf Hardegser Stadtgebiet zwischen Umspannwerk und Elliehausen seien diese hoch gefährdeten Vögel noch zu finden, beschrieb der Naturschutzbiologe.

Als maßgebliche Motivation für die unvermittelte Verlegung der Trasse vom Osten in den Westen mutmaßte Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) die Verkürzung. Dadurch spare Tennet etwa zweieinhalb Kilometer Weg ein. Doch die einzige Möglichkeit, um die Grauspechte zu schonen, ist laut Hondong die Verlegung der Trasse. Bei Tennet komme diese hoch geschützte Art nicht vor. Für die im Raumordnungsprogramm vorgesehene Trassenführung im Osten habe der Projektleiter Probeflächen gewählt, dann sei er auf die Wettrasse verfallen. Der Biologe verglich das Unternehmen mit einem Arzt, der die falsche Körperhälfte untersucht. Kein Argument ist aus Hondongs Sicht die Mitführung der 110000-Volt-Freileitung. Sie müsse ohnehin abgebaut werden. Ins Gewicht falle allerdings der Unterschied bei der Dimension der Masten.

Der Wissenschaftler schlug eine Anlehnung der Freileitung an die Bundesstraße B 446 vor. Mit den technischen Entwicklungen bei der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) im Kopf sprach Ratsherr Rainer Lutter (Hardegsen 21) im Sinne des Rates für die Erdverkabelung als „zukunftsfähige“ Lösung.

Von Ute Lawrenz

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