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Grillen in Göttingen: Kohlenmonoxid-Vergiftungen nehmen zu

Kohlegrill nur im Freien nutzen Grillen in Göttingen: Kohlenmonoxid-Vergiftungen nehmen zu

Man sieht es nicht, man riecht es nicht, man schmeckt es nicht: Kohlenmonoxid. Ab einer gewissen Konzentration in der Luft allerdings ist es gefährlich oder sogar tödlich. „Wir haben zu diesem Thema immer mehr Anfragen“, sagt Dr. Guido Kaiser vom Giftinformationszentrum (Giz) Nord in der Göttinger Universitätsmedizin.

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Grillen ja, aber bitte nur im Freien.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Früher, so Kaiser, habe es solche Kohlenmonoxid (CO)-Vergiftungen beispielsweise verursacht durch Öfen gegeben. Heute gebe es vermehrt andere Auslöser: Defekte Heizungen zum einen, zum anderen aber Grills und Shisha-Wasserpfeifen.

Denn: Kohlegrills werden zu einer echten Gefahr, wenn man sie in die Wohnung holt.„Es gibt keine Kohlegrills, die in geschlossenen Räumen benutzt werden können“, sagt Kaiser.

Der Wissenschaftler skizziert einen Fall, der sich kürzlich ereignet hat: „Eine Gruppe älterer Nachbarn hatte sich zum Grillen getroffen. Das Wetter verschlechterte sich, sie brachten Grill und Biergarnituren in eine geschlossene Garage und grillten dort weiter. Nachdem erst einer und dann ein zweiter Nachbar ohnmächtig wurde, war der Fall klar.

„Die Anzahl der Anrufe im sowohl wegen Vergiftungen durch Kohlegrills als auch wegen CO-Vergiftungen im Allgemeinen haben in den letzten Jahren zugenommen“, so Kaiser weiter. Ein weiterer Auslöser können nämlich auch Shishas sein. Auch die Wasserpfeifen werden mit Holzkohle betrieben. In Frankfurt wurden Shishabars bereits von der Polizei auf den CO-Gehalt in der Luft kontrolliert - nachdem ein Gast gegen einen Baum gefahren war.

Nicht immer seinen CO-Vergiftungen aber eindeutig zu diagnostizieren. „Es gibt keine spezifischen Symptome“, sagt Kaiser. Übelkeit, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Ohnmacht: Dahinter kann eine CO-Vergiftung stecken. Das ist auch eine Gefahr für die Rettungsdienste, die in die Wohnungen gerufen werden. In Göttingen sind deshalb alle Mitarbeiter mit CO-Meldern ausgerüstet. Betreten die Retter eine Wohnung, in der die CO-Konzentration höher als 30 Parts per Million, kurz ppm, liegt, signalisiert der Melder die erste von drei Alarmstufen.

„Für den Rettungsdienst ist dieses Thema in den vergangenen Jahren zunehmend mit Brisanz behaftet, da es immer mehr Menschen gibt, die Kohlegrills in geschlossenen Räumen aufstellen“, sagt Jörg Stoeber von der Rettungsdienstschule der Göttinger Berufsfeuerwehr.  Dank der Melder sei aber eine gefahrlose Rettung möglich.

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