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Grippewelle in Göttingen

Eiffert: „Wir haben es mit einem Anstieg der echten Influenza zu tun“ Grippewelle in Göttingen

Handfeste Grippewelle oder doch nur eine Häufung grippaler Infekte? Gefühlt klagt momentan jedenfalls jeder Zweite über die typischen Grippe-Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen - und tatsächlich steigt die Zahl der Neuerkrankungen in Göttingen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Wurden im Januar lediglich zwei Grippefälle an das Gesundheitsamt der Stadt Göttingen gemeldet, waren es im Februar bereits 20 Fälle und in der erste März-Hälfte schon 29 Neuerkrankungen, wie Verwaltungssprecherin Stefanie Ahlborn mitteilt. „Aber man kann hier mit einer hohen Dunkelziffer rechnen“, so Ahlborn. Viele würden nicht zum Arzt gehen und versuchen die Erkrankung selbst auszukurieren. „Und nur wenn der Hausarzt einen Abstrich macht, wird der Fall an das Gesundheitsamt gemeldet.“

Auch für Helmut Eiffert vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universitätsmedizin Göttingen ist klar: „Wir haben es mit einem Anstieg der echten Influenza zu tun.“ Bei der Influenza habe man es mit zwei verschiedenen Virustypen zu tun. Zum einen der bekannte Schweinegrippen-Erreger H1N1 und zum anderen ein Virus, der normalerweise nicht so kritisch sei, dieses Jahr aber einen ähnlichen klinischen Verlauf, wie der gefährlichere erste Typ nehme, so Eiffert.

Übertragen werden beide Erreger durch eine Tröpfcheninfektion. Ein bis zwei Tage später bricht die Krankheit dann plötzlich aus - hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schnupfen sind die Folge. Ähnliche Symptome wie bei einem grippalen Infekt, wie Eiffert erklärt. Um herauszufinden, ob es sich wirklich um eine Grippe handelt, sei daher ein Laborbefund notwendig. „Das lohnt sich aber kaum, weil ein therapeutisches Eingreifen nach Ausbruch der Krankheit nicht mehr möglich ist.“ Man sollte sich daher vorher schützen. „Hände waschen und Abstand zu Menschen mit Atemwegserkrankungen - diese beiden Maßnahmen sollten relativ effektiv sein“, so Eiffert. „Noch effektiver ist natürlich die Grippe-Impfung.“

Von Benjamin Köster

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